Mittwoch, 6. Mai 2015

Home sweet home

Und plötzlich waren sechs Monate um. Ein halbes Jahr - eigentlich eine lange Zeit. Und jetzt fühlt es sich an wie ein Urlaub, wie ein paar Wochen. Einfach weil es sich so normal anfühlt zu Hause zu sein.
Aber mal von vorne. Viel Spannendes habe ich in den letzten zwei Wochen nicht mal gemacht. Hab mir noch ein paar letzte Sachen wie den Royal Court of Justice und Primrose Hill angeschaut, London hat mir auch noch ziemlich gutes Wetter geschenkt.
Dann war ich in dem Musical "Matilda", eine sehr süße Geschichte die wirklich super umgesetzt wurde! Ich war mit meinem Team in einem Pub und am letzten Arbeitstag auf der Sonnigen Terasse eines Pubs Mittag gegessen, habe noch den ein oder anderen Geburtstagskuchen gegessen und bin auch so noch ein paar mal ausgegangen.
Und plötzlich war schon mein letztes Wochenende. Das habe ich eigentlich nur mit packen verbracht, das war so eine Mission für sich. Ein halbes Jahr Leben sollte in einen Koffer und ein Handgepäck passenund dabei nicht mehr wiegen als 23 Kilo. Hm. Am Ende hatte ich zwei Handgepäckstücke und einen 24kg schweren Koffer. :D
Sonntag Abend war dann mein ganzes Zeug verpackt und ich bin noch mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester zum Dessert ausgegangen. Superlecker aber praktisch purer Zucker diese Waffel mit Eis und Schokosoße. Immerhin hatte ich Erdbeerendazu. :D
Montag hat mein Gastvater mich dann zum Flughafen gebracht. Dort musste ich dann noch ein bisschen umpacken, aber irgendwie bin ich dann doch im Flugzeug gelandet und knappe zwei Stunden später bin ich in Dresden gelandet.
Dort haben Lara und Jenny mich total süß begrüßt, mit Schild und Essen im Gepäck. Besser kann man es sich fast nicht vorstellen! Zuhause angekommen haben wir uns dann zusammen mit Caro auf den Balkon gesetzt, Kuchen und Obst gegessen und Sekt getrunken. Und das bei perfektem Sommerwetter. :)
So ging es dann die letzten Tage weiter und wird wohl auch noch so gehen. Einräumen und eigewöhnen, Leute treffen und viel unternehmen. Aber London werde ich nicht vergessen, kann ich auch gar nicht. Die Unterschiede zwischen den Ländern und Leuten fallen mir jetzt noch mehr auf und das ein oder andere vermisse ich schon. Aber ich bin auch sehr froh wieder zu Hause zu sein.

Und jetzt wo alles vorbei ist, ist es auch Zeit mich mal zu bedanken.
Danke an meine Familie und meine Freunde die mich bei der ganzen Sache von Anfang an unterstützt haben.
Danke an die die mich mit den neusten Neuigkeiten und dem Klatsch und Tratsch aus der Heimat versorgt haben.
Und Danke an die Leute die in London für mich und mit mir da waren, ihr habt mir die Wochenenden versüßt. :D
Meine Organisation die ich ja schon ein paar Mal erwähnt habe verdient auch ein großes Dankeschön. Genauso wie mein Team was mich so super aufgenommen und einbezogen hat (auch wenn die das hier weder lesen noch verstehen :D).
Einfach danke an alle die immer für mich da waren, genauso wie vorher oder sogar noch mehr. Es ist einfach schön nach Hause zu kommen und zu wissen, dass da ein paar Verrückte warten um wieder Dresden unsicher zu machen!

Aber Schluss mit der Schleimerei. Ich freue mich riesig wieder da zu sein und alle meine tollen Menschen um mich herum zu haben und Pläne zu schmieden. Aber ich freue mich genauso sehr darauf in einem knappen Jahr wieder nach London zu fliegen und meine Gastfamilie wieder zu sehen und allgemein alle und alles was mir in London etwas bedeutet (hat).
Es war eine wunderbare Erfahrung die ich kein bisschen bereue. Und ich bin froh über jeden der diese Erfahrung in irgendeiner Art mit mir geteilt hat.

My lovely and absolutely amazing host family :)
Ollie - der süßese Kater der Welt!


Royal Court of Justice

meine heimatliche Haltestelle


Bis bald in live :D

Dienstag, 21. April 2015

Alles Kriminelle - Bestimmt!

 Heute in zwei Wochen sitze ich schon wieder in Deutschland - unglaublich. Die ganze Zeit versuche ich das zu verstehen, aber es klappt einfach nicht. Ich freue mich riesig darauf endlich alle wieder zu sehen. Und trotzdem bin ich traurig, weil ich doch so einiges vermissen werde. Das komischste ist eigentlich, dass diese sechs Monate so schnell vorbei gegangen sind. Aber dazu mehr, wenn sie wirklich vorbei sind. :D

Bis dahin habe ich noch ein paar kleine Dinge zu erleben.
Zum Beispiel die seit neustem erschaffene "Wholesale Team Night Out", relativ selbsterklärend. Mein Team geht trinken. :D
Bis jetzt war ich nur ein mal dabei, aber es hat auch erst zwei Mal stattgefunden. Die ein oder anderen Klischees wurden besprochen, Abschlussfahrten diskutiert und meine eine Kollegin musste ein weiteres Mal nachdrücklich klarmachen, wie absolut eklig sie Schnitzel findet. Pah. Da habe ich lieber einen großen Schluck Cider genommen und ihr nicht von den (nicht vorhandenen) Würzkünsten der Briten erzählt. :D
Abgesehen davon war es ein sehr entspannter und lustiger Abend und eine schöne Gelegenheit sich mit den Kollegen mal etwas länger als zehn Minuten über Privatsachen zu unterhalten.

Das Wetter meint es in letzter Zeit ziemlich gut mit London, also konnte ich das Wochenende vom 11. und 12. April sehr viel draußen und in Frühlingsklamotten verbringen. Ein bisschen über den Covent Garden Market schlendern und dem Artisten zuschauen, wie er mit komplett übertriebener Geste über ein Seil läuft (alle Achtung!) und dann beginnt mit einem schrecklich deutschem Akzent englisch zu sprechen (Ach du heilige...). Für Sonntag hatte ich zwar mit Nathalie ausgemacht, dass wir ins Victoria & Albert Museum gehen, aber da das Wetter so unglaublich schön war, haben wir uns umentschieden und lieber den ganzen Tag im Hydepark das Gesicht in die Sonne gehalten.

Der läuft über ein Seil, ein anderer hat sich auf ein Nagelbrett gelegt
Sonne und Wochenende!!
Letzten Donnerstag war dann das letzte Get Together von Praktikanten bei dem ich dabei war und es war mal wieder sehr lustig. Auch wenn mal wieder eine komplette Mädelsrunde. Männer ins Ausland! :D
Etwas traurig war es doch, denn damit fangen diese ganzen "Das letzte Mal"-Situationen an. Wobei es definitiv nicht das letzte Mal London ist.

Das Wochenende habe ich dann wieder viel draußen verbracht, denn das Wetter konnte sich weiterhin benehmen. Am Samstag ging es nach Notting Hill, den Portobello Road Market lang laufen, Churros essen, noch mehr Sonne ins Gesicht scheinen lassen, die protzigen Gebäude anschauen und sich überlegen, womit die Bewohner wohl ihr Geld verdienen. Ganz hoch im Kurs stehen Drogenhandel, und Steuerhinterziehung. :D
Da sind es wohl eher Schauspieler oder die Leute die hart arbeiten und sich dann ab und an auf dem Golfplatz gegenseitig die Hände schütteln. Wer weiß, wer weiß. Jedenfalls ist Notting Hill trotz der Protzigkeit ein unglaublich schönes Viertel und auch ziemlich sauber im Gegensatz zu anderen Stadtteilen.
Am Abend ging es dann in den Stammpub und danach in einen Club wo ich das erste Mal seit langem wieder einfach so tanzen konnte (die Silent Disco mal ausgeschlossen). Blöderweise naht gegen null Uhr immer eine wichtige Entscheidung.
1) Es ist grade so cool, du willst nicht gehen und nimmst dafür in kauf später mindestens (!!) zwei Stunden bis nach Hause zu brauchen. Mit drei verschiedenen Bussen und es ist kalt. Das Gequatsche der besoffenen Mädels die von einem ebenso besoffenen Mädchen oder einem Kerl in nahezu komatösem Zustand (deswegen können die Mädels auch so viel quatschen) nach Hause gebracht werden stört deinen Halbschlaf. Und du bist erst um vier oder fünf oder sechs zu Hause. Damit wäre der nächste Tag relativ unbrauchbar.
2) Es war so schön und das reicht aus, es war ein toller Abend den du guten Gewissens jetzt abbrechen kannst. Du wirst nur eine Stunde bis nach Hause brauchen und bist demnach schon um eins im Bett, der nächste Tag ist noch brauchbar und da du mit der Ubahn fahren kannst, wird es nicht allzu kalt. Abgesehen davon sind in der Ubahn nach Hause meistens alle still und starren nur vor sich hin, anders als im Bus.
Wer hätte es gedacht, ich habe mich für 2) entschieden. :D Man versteht schon, warum die Briten so früh anfangen mit trinken/feiern.

Notting Hill
ein ganz normaler Hauseingang (für Notting Hill)
Portobello Road Market

So viel erstmal wieder von mir. Eine schöne Aprilwoche noch und bis bald (auch persönlich),
Eure Helen :)

Dienstag, 7. April 2015

Ganz viele Sehenswürdigkeiten

Familie, Freunde, Musik, Sehenswürdigkeiten, Arbeit, Laufen, Packen, Kaufen, Sonne.

Ein paar Wörter um meine letzten drei Wochen zusammenzufassen.
Meine Großeltern waren über ein Wochenende hier und wir haben schön Sightseeing gemacht.
Ich war in der Silent Disco und kann es nur weiter empfehlen! Man bekommt am Eingang Kopfhörer und kann dann zwischen drei DJs wählen. Besonders lustig ist es, wenn man die Kopfhörer abnimmt und alle anderen zu völlig merkwürdigen und verschiedenen Taktarten tanzen und schräg irgendwelche Songtexte mitbrüllen. :D
Und die Aussicht war auch bombastisch! Vom 29. Stockwerk eines Hotels über das bei Nacht beleuchtete London zu blicken, hat schon etwas sehr Schönes!

Dann war noch eine alte Schulfreundin da, und wir sind mit ihrem Freund, der hier ein Praktikum gemacht hat, ein bisschen durch Shoreditch gelaufen. Es gab mal wieder Burger zum Abendbrot (Wie ich das vermissen werde!) und dann sind wir ganz weit in den Osten Londons in ein Wohnviertel gefahren. Dort sollte eine Party sein. Als wir dort langgelaufen sind, sah es absolut nicht nach Party oder überhaupt nach munteren Menschen aus. Aber im Gebäude angekommen schlug uns eine Neustadtartige Stimmung entgegen, lustige, entspannte Leute, gute Musik und ausreichend Platz zum tanzen. Dass ich dann zwei Stunden mit dem Bus nach Hause fahren musste, hat mich nicht gestört.
Gestört hat mich dann die Deutsche die im Bus lautstark darüber reden musste, wie sehr sie ihre Freunde und Familie vermisst und und und. Ja, ich vermisse das auch alles, aber um fünf Uhr früh möchte ich mir sowas nicht anhören. Da will ich nichts hören, sondern mir nur anschauen, wie die immer kleiner und einfacher werdenden Gebäude langsam erleuchtet werden. Aber naja, man kann ja nichts gegen die ganzen Deutschen hier machen. Ich gehöre ja auch noch dazu. :D

Dann habe ich angefangen einen Koffer zu packen. Hatte mir ja hier einen gekauft und da meine Familie mich besucht hat, konnte ich ihnen alles mitgeben was ich nicht mehr brauche. Und das war einiges. Was sich in ein paar Monaten so ansammelt ist schon erstaunlich. Jedenfalls habe ich dann diesen Koffer von Südlondon bis in den Osten Londons geschleppt, wo meine Eltern eine Ferienwohnung gemietet hatten. Und dann sind wir wieder zurück zu meinem Haus und da hat meine richtige Familie meine Gastfamilie kennengelernt. Eine äußerst merkwürdige Situation, wenn die eine Familie nur englisch spricht und die andere Englisch nur zum Teil verstehen und sprechen kann. Aber es haben sich trotzdem alle gut verstanden und die Kommunikation hat auch ziemlich gut geklappt. Auch wenn das ganze Wechseln zwischen Deutsch und Englisch ganz schön angestrengt hat. :D
Die nächsten Tage sind wir dann ganz viel rumgelaufen, haben uns alle möglichen Sehenswürdigkeiten angeschaut und viel gegessen. Man muss ja nicht erwähnen, dass es schön war seine Familie nach Monaten wieder zu sehen.

Sonst ist nicht mehr viel passiert, ich habe gearbeitet und gearbeitet und mich darüber gefreut, dass die Sonne immer öfter raus kommt. In den nächsten Tagen sind es immer über 15 Grad und ich kann endlich meine dicken Jacken in den Schrank verbannen! :)
Und dann gab es noch einen Sample Sale. Einer der besten Gründe um in einer Modefirma zu arbeiten. :D Man bekommt einfach alles für zwei Pfund. Kleider, Pullover, Strickjacken, Taschen, Mäntel, einfach alles! Da konnte ich natürlich nicht widestehen. Aber von Klamotten fange ich jetzt nicht erst an. :D

Lieber ein paar Bilder:

Ausblick von der Silent Disco

Frühling  in London

Alt & Neu - Brick Lane

Tourifoto - 1

Alt & Neu - The Gherkin

Tourifoto - 2

Das war es auch erstmal wieder von mir. Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Ostern! :)

Bis bald,
Eure Helen

Mittwoch, 18. März 2015

30 Minuten spielsüchtig

Nach einem schönen viertägigen Wochenende war heute mein zweiter Arbeitstag. Weil ich den ganzen Arbeitsstress auch mal vergessen und auch was anderes von England sehen wollte, habe ich mit Nathalie ein Wochenende in Brighton geplant. Damit das ganze schön entspannt wird habe ich mir dann vorne und hinten jeweils noch einen Tag frei genommen und tadaa, vier Tage Wochenende. :)

Freitag und Montag ist jeweils nichts spannendes passiert, da habe ich eben mal nur rumgegammelt und entspannt.
Samstag ging es ganz früh los zur Coach Station von wo aus diverse Busse viele Menschen in alle Ecken des Landes fahren. Unser Bus ging neun Uhr und nach etwas mehr als zwei Stunden Fahrt, die wie immer mit futtern, quatschen, schlafen und Musik hören verbracht wurden, sind wir dann in Brighton angekommen.

Angekommen, mit dem Pier im Hintergrund

Kaum aus dem Bus ausgestiegen begrüßte uns auch schon der sehr frische Seewind und wir haben unsere kleine Wanderung Richtung Osten der Stadt begonnen. Bis zu unserem Hostel waren es 30 Minuten Laufweg (wahrscheinlich auch der Grund weswegen ich jetzt Muskelkater habe :D) die wir erst mal mit unseren Taschen gemeistert haben. Dann haben wir unser 18-Betten-Schlafdomizil bezogen und sind die 30 Minuten wieder zurück in die Innenstadt gelaufen. Dort haben wir angefangen - wie soll es auch anders sein - die Geschäfte zu erkunden.
Niedliche kleine Boutiquen, Ramschläden, Definitiv-nicht-mein-Budget-Läden, Restaurants und Cafes. Alles einfach unglaublich schön. Vor allem als wir dann durch die ganz engenn Gässchen gelaufen sind. Da wo kein Auto, vielleicht gerade so ein Fahrrad lang kommt. Da wo noch mehr kleine Boutiquen stehen und man sich plötzlich auf einem winzigen Platz mit einem kleinen Brunnen steht. Immer wieder faszinierend und für mich persönlich fast noch schöner als eine Großstadt die bei Nacht hell und in verschiedenen Farben leuchtet.
Das Wetter war zwar nicht grade großartig, aber da es auch ein Einkaufszentrum gab, konnten wir uns da etwas aufwärmen. Und als wir dann weiter gegangen sind, uns von einem Cafe haben anlocken lassen und mit Eis und Cupcake am Fenster saßen, brach der Himmel plötzlich auf und die Sonne schien. Völlig euphorisch wollte ich dann sofort zum Strand und alle Wärme nutzen die uns irgendwie geboten wird. Als wir dann unten waren, hatten es uns viele Menschen gleich getan und sich gemütlich an den Steinstrand gesetzt. Einige hatten sich gleich in ihre Neoprenanzüge geschmissen und sind mit dem Surfbrett raus und der alte Mann der mit seinem Metalldetektor am Strand nach Schätzen sucht hat natürlich auch nicht gefehlt.
An den Abend haben wir einen wunder, wunderschönen Sonnenuntergang betrachten dürfen, einen von der Art die man eben nur am Meer zu sehen bekommt.


Meine Wahl bei der Qual der Wahl
Einfach nur wunderschön!

Am Sonntag hatten wir leider kein Glück mit dem Wetter, aber da wir sowieso schon viel gesehen hatten und der Rest auf unserer List zum Großteil aus Innenaktionen bestand, war das in Ordnung.
Wir haben noch ein paar Gassen erforscht, hier und da ein bisschen Geld ausgegeben (irgendwas braucht man ja aber auch IMMER), noch in ein relativ unspektakuläres Museum und schließlich zum Pier.
Der Pier - DIE Attraktion in Brighton. Essen, Glücksspiel und Nervenkitzel in Form von Achterbahnen. Und das alles auf dem Wasser. Erste Etappe war die Spielhölle. Wir standen dann an einem dieser Automaten in dem ganz viel Kleingeld drin liegt und ein Metallteil sich vor und zurückbewegt. Wenn man nun noch mehr Münzen reinwirft schiebt das Metallteil die vorderen Münzen hoffentlich nach vorne und esfällt etwas in den Schacht.
Nachdem wir alle unsere 10p in diesen Automaten gesteckt hatten war der Wille die Maschine zum spucken zu bekommen sehr groß. Nathi tauscht einen Pfund ein, dann ich, dann wieder Nathi und noch mal ich. Dann mussten wir uns zwingen rauszugehen, damit das ganze nicht eskaliert. die 50p die wir gewonnen hatten, liegen jetzt wieder in dem Automaten (jaja, die Hoffnung stirbt erst wenn man alles Geld reingeworfen und nichts bekommen hat), aber die 20ct die irgendjemand in den Automaten gesteckt hat, die sind jetzt in meinem Portemonaie. Immerhin zwei Center Shocker.
Nach der Aktion haben wir uns noch das Rummelabteil vom Pier angeschaut. Rummel eben, nichts besonderes. Und dann haben wir jeder einen Crepe für jeweils (!!!) 4.80 Pfund gekauft. Ekelhafter Preis, aber immerhin hat's geschmeckt. :D

Der Anschein trügt. Leider fallen die Münzen nicht einfach so runter..

Ein letztes Mal zum Hostel, das Gepäck abholen, kurz verschnaufen und dann noch mal eine halbe Stunde zurück ins Zentrum. Dort haben wir uns völlig erschöpft in ein Restaurant gesetzt und Abendbrot gegessen.
20.40 fuhr unser Bus los und etwa halb elf waren wir wieder in London.
Ich persönlich hatte ein richtig tolles Wochenende und habe mir vorgenommen noch mal nach Brighton zu fahren. Aber wohl erst in einigen Monaten, wenn ich London wieder besuche, am besten im Sommer. Denn Strand ohne Sonne ist nur halb so schön.
Nichtsdestotrotz hat es richtig gut getan mal raus zu kommen, etwas anderes zu sehen und den Kopf frei zu bekommen. Das ist in einer Stadt wie London meiner Meinung nach sehr wichtig.

Und wer sowieso vor hat irgendwann mal nach England zu fahren: Lass bloß nicht die Südküste aus, die lohnt sich! :)

Bis bald,
Eure Helen :)

Sonntag, 8. März 2015

Frühlingsgefühle, bemalte Kaugummis und virtuelle Präsenz

Ihr Lieben,

meine Vermutung am Ende des letzten Posts wurde wahr: Die zweite Erkältung hat mich erwischt. War mir schon etwas peinlich schon wieder auf Arbeit anzurufen und mich krank zu melden, aber was will man machen, anstecken will ich ja auch keinen. Also habe ich das Bett gehütet, Tee getrunken und immer ganz viel frische Luft reingelassen. Wunderbare Frühlingsluft! Die Sonne schien in mein Zimmer und meine Laune war gleich wieder auf einem höheren Level. Was so ein bisschen Sonne eben ausmachen kann. Aber wer mag es schon nicht, wenn der kalte Winter aufhört, man sich nicht mehr in drei Lagen Klamotten quetschen muss und die Sonnenbrillen entstaubt werden können? :)

Als ich dann Donnerstag wieder auf Arbeit konnte war ich zwar noch nicht ganz gesund, aber arbeitsfähig und ohne Ansteckungsgefahr. Abgesehen davon musste ich an dem Tag wieder arbeiten gehen, sonst hätte ich ja Abends nicht mit gutem Gewissen ausgehen können. Nathalie und ich mussten Hanna und Verena verabschieden die nach ihrem dreimonatigen Praktikum wieder nach Deutschland geflogen sind. Ein letztes Mal Burger essen, ein letztes Mal in "The Chandos", unseren Lieblingspub, und dann hochtheatralische Verabschiedungen in Ubahnstationen und im Bus. :D
Ein schöner letzter Abend, auch wenn es traurig war. Aber dann muss ich eben mal in den Westen fahren um die beiden zu besuchen. :D

Samstag bin ich dann endlich mal wieder shoppen gewesen. So als Kräftigung nach meiner schweren Erkrankung :D Und man glaubt es kaum - ich weiß nicht, ob mir das jemals schon passiert ist - ich habe genau das bekommen was ich wollte. Alles. Ich kenne kein Mädchen dem das schon mal passiert ist. :D
Naja, so besonders ist das auch nicht. Sonntag bin ich dann mit Nathalie mal wieder in der National Gallery gewesen um mal ganz künstlerisch engagiert zu wirken und, wie viele Leute hier, eins der Bilder abzuzeichnen. Nachdem wir lange nach einem passenden Bild gesucht haben und wir dann bei drei Rubensweibern gelandet sind, haben wir unser Bestes gegeben, was natürlich mal wieder nicht gut genug war. Aber egal, war ja auch der erste Versuch in diese Richtung.
Wieder draußen wollte ich eigentlich noch die Sonne genießen, aber die hatte sich dann leider schon verzogen. Schade, aber was solls. Immerhin wird jetzt Frühling und ich werde die Sonne jetzt öfter sehen.

Wie zum Beispiel Gestern, da war einfach unglaubliches Wetter!!
Ich habe mich mit Vera und Nathalie getroffen um bemalte Kaugummis anzugucken.
Und bevor hier jeder denkt, dass ich völlig durchgeknallt bin erkläre ich das lieber mal. :D
Ihr kennt ja alle die überaus unattraktiven festgelatschten Kaugummiflecken auf den Fußwegen und Straßen. Ein Typ in London hat es sich zum Hobby gemacht diese mit kleinen Bildchen zu versehen. Also er malt nicht einen Kaugummi pink, einen anderen blau und den nächsten grün an, sondern er malt richtige Bilder. Für eins braucht er etwa drei Stunden und verbringt die dann liegend auf der Straße. Verhaftet wurde er auch schon, aber ins Gefängnis musste er nicht. :D






Abends habe ich dann endlich mal wieder meine lieben Dresdner gesehen. :)
In gegebenen Anlass wurde hineingefeiert und ich durfte via Skype teilhaben, was echt richtig schön war. Ich hab mich so sehr gefreut alle wieder zu sehen, auch wenn es eben nur Skype war. Aber da ich alle ganz ganz doll vermisse war das egal, immerhin konnte ich mal wieder mit allen quatschen.
In solchen Momenten merkt man dann auch wieder wie sehr man irgendjemanden eigentlich vermisst. - Dramatik off.

Morgen geht's wieder Arbeiten und die nächsten vier Wochenenden sind schon wieder verplant mit einem Zweitagesausflug nach Brighton, einem Besuch meiner Großeltern, einmal Silent Disco und dann kommt noch meine Familie. :)
Und dann muss ich mal schauen was ich sonst noch schaffe und dann bin ich wieder zu Hause. Wenn ich das so überdenke werde ich schon wieder panisch und hab Angst, dass ich nicht alles schaffe was ich mir noch vorgenommen habe. Aaaaber das wird schon. :)

Habt noch einen schönen Sonntag Abend. Bis bald,
Eure Helen :)

Sonntag, 22. Februar 2015

Charlie Chaplin mag Helene Fischer nicht

Vielleicht sollte ich anfangen mehr aufzuschreiben was ich so unternehme und was passiert, dann wird's auch nicht so schwer das alles wieder zusammen zu sammeln. Naja, ich versuch es mal.
Am 7.2. war ich im Tate Museum und habe, nachdem ich mir alles selbst angeguckt hatte, noch eine kostenlose Führung mitgemacht. Dabei ging es um die Geschichte des Museums, was ziemlich interessant war, denn ursprünglich war das Museum mal ein Gefängnis. Auf sowas muss man auch erst mall kommen, aber das ist auf jeden Fall eine gute Gebäudenutzung! Sehr beeindruckend fand ich den riesigen Mittelgang der eher eine Halle mit unglaublich hohen Wänden war.
Abends gings dann mal wieder in den Stammpub. Dort haben wir uns eine Weile mit ein paar Herren unterhalten die sich schon um neun Uhr früh den gegärten Getränken gewidmet hatten. Dementsprechend war dann die Gesprächslage.Einer hat mich so zugenuschelt, dass ich drei mal fragen musste bis ich einen Satz verstanden habe. Die Briten. :D Aber die anderen waren noch ganz gut bei Sinnen.

Sonntag ist bei mir jetzt immer mehr zum Aufräum-/Wasch- und Ausruhtag geworden, was ich ab nächstem Wochenende aber wieder ändern will, immerhin bin ich nicht zum rumgammeln hier hergekommen.

Am folgenden Donnerstag war dann mal wieder ein Pub-Treffen von der Organisation zu dem aber leider nur die Angestammten gekommen sind. Trotzdem war es wieder ein schöner Abend mit vielen Schulanekdoten (ach ja... :D).

Und dann habe ich es am Samstag endlich ins Globe Theatre geschafft! Als ich das erste Mal hin wollte bin ich ja leider krank geworden und war nicht mehr in der Verfassung, aber jetzt hat sich wieder eine Möglichkeit ergeben und es war richtig cool!
Auch hier habe ich wieder eine Führung mitgemacht, auch wenn sie nicht kostenlos war. Der Mann der die Führung gemacht hat, hat sich so wunderbar über jegliche Geräusche von der Themse aufgeregt und auch sonst alles sehr erfrischend gestaltet. Nebenbei sieht das Theater einfach echt schön aus, besser als es irgendein Lehrer in der Schule auf winzigen Bilder zeigen könnte. Auch die Erklärung zum Verhalten der Zuschauer - herrlich. Wie würden wir schauen, wenn heutzutage Menschen extra zu spät kommen, nur um sich von den Schauspielern persönlich erklären zu lassen was denn bis dahin passiert war und wer schon gestorben ist. Oder wenn die Zuschauer dem Schauspielern Anweisungen geben, wie sie sich nun verhalten sollen. Oder wenn die Bühne nur noch zwei Drittel der Originalgröße hatte, weil die Zuschauer den Schauspielern und dem Spiel nahe sein wollten und sich daher auf die Bühne gesetzt haben.
Dafür gäbe es sicherlich Hausverbot.




Und dieses Wochenende habe ich ein Angebot von der Organisation angenommen und bin zu einer, von einer Partnerorganisation organisierten, Faschingsparty gegangen. Hm. Also lustige Menschen in lustigen bis sehr kreativen Kostümen (wie ernst die das alle nehmen!!) machen ja Spaß, aber die Musik war leider gar nicht meins. Es wurde eben ausschließlich (bis auf ein paar coole Lieder) Karnevalsmusik gepsielt und ich habe gemerkt: Nein, das will ich nicht. :D
Irgendwann spalteten sich dann wieder die Meinungen, als (wer hätte das gedacht) "Atemlos" gespielt wurde. Wenn nicht wäre ich aber auch enttäuscht gewesen. Immerhin war es ja eine Faschingsparty für Deutsche. Hinter mir sprintete Charlie Chaplin von der Tanzfläche mit den Worten "Ich HASSE diese Frau" und die meisten anderen brüllten den Text, während sie Bier auf Kostüme verschütteten und wie wild durch die Gegend hüpften.
Das sind also typische Deutsche. Da wurden aber wieder Klischees verteidigt. Ein paar Briten waren aber auch da. Eine hat sich total gefreut, weil es die selbe Musik ist die man hört wenn man Ski fahren geht und ein Ire wollte wissen, ob so alle deutsche Musik klingt. :D
Irgendwann konnten weder ich noch meine Freundin es weiter aushalten, haben diversen Ärzten, dem Gladiator und den ganzen anderen interessanten Menschen gewunken und sind in die letzte Ubahn (Null Uhr, hab ich das schon erzählt?! :o) gestiegen.

Mein Kostüm :)
Mal sehen wie oft ich nächste Woche zur Arbeit gehen kann, es bahnt sich nämlich schon wieder eine Erkältung an. Darauf habe ich zwar gar keine Lust, aber vielleicht kann ich das ganze ja durch viel trinken und ausruhen ja auf einem niedrigen Level halten.

Nebenbei habe ich jetzt eine Liste angefangen mit Unterschieden die mir zwischen Deutschen/Dresdnern (die ich erlebe) und Londonern7Briten (die ich erlebe) auffallen. Ob ich die irgendwann mal hier nieder schreibe, oder nur Leuten zeige die auch wirklich daran interessiert sind, weiß ich noch nicht. Aber ein bisschen Zeit habe ich für diese Überlegung ja auch noch. :)

Bis bald und fastet nicht zu viel,
Eure Helen :)
Schaufensterblick in der Nähe vom Piccadilly Circus - WOW!

Lecker lecker Zitronenlimo!
Uuuunglaublich lecker! Diese Burger hier werde ich nie vergessen!

Freitag, 6. Februar 2015

Hi! How are you? How was your weekend?

Die Zeit rennt dahin. Vor über drei Monaten bin ich hier angekommen und noch etwa drei Monate habe ich vor mir. Aber mir kommt es so vor, als wäre ich schon viel länger hier. Zeit ist wirklich viel zu relativ.

Aber es passiert auch so viel auf ein mal. So wie hier in einer Woche passiert passiert in Deutschland in zwei Wochen oder einem Monat. Aber in London ist auch alles und jeder immer busy. Die Frage nach dem Befinden oder dem Wochenende sind eher rhetorisch und gehören zum freundlichen Verhalten. Aber mehr als zwei Sätze möchte man da nicht antworten. Jedenfalls bei vielen nicht.
Positiv ist aber, dass ich mir persönlich nicht mehr so einen Zeitdruck mache. Hier kommen sowieso alle unpünktlich, was Freitag Abend gemacht werden soll wird Freitag über den Tag ausgemacht und so weiter. Eigentlich ziemlich entspannt und mirpersönlich tuts ganz gut. Denke ich. :D

Meine zwei letzten Wochenenden waren wieder sehr erlebnisreich. Am 24.01. gab es von meiner Organisation das Angebot bei einer Führung durch Zentrallondon mitzumachen. Die war kostenlos und da konnte jeder mit, aber von sowas erfährt man ja nicht einfach so. Also bin ich da hin und hab mir ein paar versteckte Ecken zeigen lassen. Kirchenruinen die bei dem großen Feuer 1666 zerstört und nicht alle wieder aufgebaut worden waren, eine Wand in einem kleinen Park wo die Heldentaten verschiedenster Londoner vermerkt waren die bei eben diesen umgekommen waren, die St.Pauls Cathedral mit ihrer schönen Kuppel die wir dann auch noch von oben angucken konnten, als wir zu guter Letzt auf dem Dach eines neben der Kathedrale liegenden Gebäudes standen.
Es war zwar unglaublich kalt, aber trotzdem interessant und nach der Führung haben eine Freundin, ein anderer Praktikant und zwei Leute von der Organisation und ich uns noch in einem Café aufgewärmt.
Hier muss ich mal kurz einwerfen, dass Praktikum in London ihre Sache wirklich total super machen! Anfangs war ich ja wegen des ganzen Geldes etwas misstrauisch, aber das ist es definitiv wert. Jeden Monat gibt es ein Treffen mit anderen Praktis und dann noch Angebote wie die Führung oder Musicals für bessere Preise und sie sind immer auf der Suche nach etwas Neuem. (Falls das einer von euch liest: Ganz großes Lob und danke, dass ihr euch so super um eure Praktis kümmert!!!)


Abends bin ich dann mit Hanna unterwegs gewesen, aber das alles zu erzählen würde viel zu lange dauern. Mit zwei Bars und einem Club, bis um fünf früh unterwegs sein und ein paar coolen Londonern war dieser Abend jedenfalls ziemlich cool und definitiv sehr unerwartet. :D

Letztes Wochenende habe ich zum Großteil mit Nathalie verbracht, meinem Wochenend-Date. :D
Hätte uns das vor neun Jahren mal einer erzählt, dass wir eines Tages lachend durch die National Gallery laufen und uns über "Die Kinder" und "Den Job" unterhalten.. Wir hätten uns den Vogel gezeigt und die Zunge rausgestreckt, so wie verfeindete Grundschülerinnen das eben tun. :D
Jedenfalls war der Samstag sehr lustig, auch wenn der Abend dann über die ganze Vorfreude etwas weniger toll war. Aber es kann ja nicht immer alles glatt laufen, da erwischt man ab und an mal einen Abend an dem nur schlechte Musik läuft und die Leute entweder zu alt oder etwas merkwürdig sind. Wenn man selbst besser Musik machen könnte als der DJ - ich muss immer noch so sehr darüber lachen. :D
We will rock you (alleine) - leichte Uberschneidung mit Happy, dann Happy alleine - leichte Überschneidung mit Bang Bang, dann Bang Bang alleine.
Und so weiter. Also das war schon.. puh :D
Am Trafalgar Square

Und unter der Woche bleibt es stressig. Morgen beginnt der "Louche Weekender" während welchem uns unsere Kunden im Showroom besuchen und (hoffentlich) Bestellungen aufgeben. Dazu ist natürlich wieder einiges vorzubereiten. Außerdem mussten wir den Dachboden über dem Louche Showroom ausmisten, denn unsere neue Marke "Valley of the Dolls" braucht ja auch einen eigenen.
Arsenale an Briefumschlägen, Cracker, kiloweise alte Flyer und Visitenkarten und sogar ein benutzter Teller konnten geborgen werden. Lecker lecker.
Heute haben die andere Praktikantin und ich den Presseraum geschmückt. Kitsch bis zum geht-nicht-mehr. Man kennt ja diese Wimpelgirlanden mit farbigen Dreiecken an einer Leine. In Deutschland hat jeder Wimpel eine andere Farbe, in England hat jeder Wimpel ein anderes knallbuntes Muster. Ich fands schrecklich, aber jede meiner Kolleginnen die reingekommen ist war völlig begeistert. "Oh mein Gott! Könnt ihr auch mal bei mir vorbei kommen? Das ist ja soooo süß!!"
Naja, andere Länder, andere Schmückweisen. :D

Zu guter Letzt möchte ich anmerken, dass es nicht sehr klug ist seine Oyster Card auf dem Arbeitstisch liegen zu lassen. In Deutschland kann man in diesem Fall ja eine Einzelfahrt für ungefähr drei Euro (hoffentlich noch!) kaufen oder, wer den besonderen Kick mag, schwarz fahren.
Gibt's aber hier beides nicht. Schwarz fahren ist nicht, weil man nirgends rein kommt, ohne seine Kartezu sccannen und Einzelfahrten gibt's auch nicht. Also durfte ich mir eine neue Oyster (5 Pfund Pfand) und ein Tagesticket (7 Pfund) kaufen. Wieder ein Moment in dem ich lieber nicht nachrechne wie viel Euro ich grade zum Fenster rausgeworfen habe. Teures Pflaster hier...

Nichts desto trotz ist es weiterhin sehr schön und ich bin froh, dass es mich mit Familie, Arbeit und meiner Organisation so gut getroffen hat.

Lieblingsessen <3 - Dal (Linsen), Ei und Chapati (tortillaähnlich)

Schnee in London - War abens wieder weg


Bis bald,
Eure Helen :)