Donnerstag, 18. Dezember 2014

Mehr Märkte und betrunkene Kollegen

Hallo ihr Lieben :)

In letzter Zeit ist relativ viel passiert, kommt mir jedenfalls so vor, daher versuche ich mich mal bezüglich der einzelnen Geschehnisse kurz zu fassen.

Letzten Donnerstag war ein Treffen von meiner Organisation in einem Pub. Wir waren nicht sehr viele, dafür war es aber trotzdem sehr lustig. Die Mädels (ja, ein sehr großer Teil von den Praktikantinnen sind weiblich) sind alle total lieb und es war ein sehr interessanter Abend. Das hat wohl auch zum Teil an dem alkoholisierten Herren gelegen der sich sehr daran erfreut hat, dass wir Deutsche sind. Eine Freundin musste stark unter seinen halben Umarmungen leiden, während er deutsche Städte gelallt und irgendwas gesungen hat. Naja, immerhin ist er irgendwann auch wieder abgehauen. :D

Am Wochenende war ich dann noch ein Mal auf ein paar Märkten und habe mit einer Freundin die nähere Umgebung dort abgelaufen. Wieder sehr gemütlich und richtig schön. Die Märkte sind einfach zum verlieben!
Sonntag bin ich dann mit zwei anderen Mädels ins Winter Wonderland gegangen. Das war schon ein bisschen mehr Weihnachtsmarkt. Also mal abgesehen von den Achterbahnen, anderen Schleudergeräten, den Geisterhaus (Weihnachten?!?!?!) und der Oktoberfestbude (jaaa, wirklich!), gab es Glühwein und Süßkram und mehr Essen und Stände wo niedliches überteuertes Zeug verkauft wurde. Sehr lustig war aber die Vorkehrung die getroffen wurde, damit sich die Menschen nicht komplett über den Haufen rennen. Es galt, wie im Straßenverkehr "links halten". Nicht überall, aber es hat doch einiges gebracht. Man muss auch dazu sagen, bevor sich jemand wundert wie sowas in den engen Gassen klappen soll, enge Gassen gibts hier nicht. Im Hyde Park ist ausreichend Platz um mindestens vier mal so breite Gänge zu schaffen wie auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt. Dafür sind zwar auch sehr viel mehr Menschen da, aber egal. :D
Jedenfalls finde ich die Vorstellung von einem Weihnachtsmarkt hier sehr lustig. Aber wenn es keinen Rummel gibt, muss das ganze Zeug eben auf ein Mal aufgestellt werden.

Diese Woche war für mich leider nicht gerade mit viel Schlaf gesegnet, denn am Montag war die Weihnachtsfeier von meinem Team, gestern die von der kompletten Firma und zwischendrin muss ich nach der Arbeit immer mal noch einkaufen gehen und so.
Montag waren wir bei einem Mexikaner. Nicht die beste Wahl für mich, denn es gab sage und schreibe ungefähr drei Gerichte ohne Käse. Zwei davon waren Beilagen. Beste Voraussetzungen für mich. :D Aber ich habe dann etwas mit Käse gegessen, leider viel zu wenig für zu viel Geld (London eben), aber trotzdem lecker.

Dienstag habe ich noch schnell ein Wichtelgeschenk gekauft, da gestern "Secret Santa" angesagt war. Total klasse. Einer komplett fremden Person was schenken, find ich super. Nein, irgendwie nicht. Noch schlimmer wurde es, als alle super persönliche Geschenke auspackten und mir die arme Fotografin mit einer Duftkerze und Schokolade schrecklich leid tat. Aber hey, das ist doch ein ganz normales Wichtelgeschenk, oder? Ich bin ja nicht von hier. :D
Der Abend war dann noch ganz lustig, mit Alkohol und tanzen, Papierkrönchen und diesen großen Papierbonbons an denen man zieht damit die aufreißen und Geschenke rausfallen.
Ich bin relativ früh gegangen, weil mich die Müdigkeit überrannt hat.
Dafür war es heute früh umso lustiger, als alle komplett verkatert ins Büro kamen. Meine Teamchefin hat sich irgendwann schlafen gelegt, meine Mentorin war ziemlich neben der Spur und jeder der zu uns ins Büro gekommen ist hat erst mal erzählt, wie schlecht es ihm/ihr geht. :D
Wir haben aber trotz der vielen Kater "Let it go" von "Frozen" laut aufgedreht und mitgesungen. Sonst ist es ja kein schöner Arbeitstag.
Tja und mein Geschenk liegt jetzt (hoffentlich!!) immernoch in der Bar, weil ich es gestern dort vergessen habe. Irgendwie typisch.. Aber naja, ich fahre morgen noch mal da hin, in der Hoffnung, dass es noch da ist. Den coolen Flachmann will ich nämlich wieder haben!

Ach ja, letztes oder vorletztes Wochenende war ich noch im Tate Museum, ein Museum für moderne Kunst ganz in der Nähe von Shakespeares Globe. Interessant, aber zum Teil sehr modern.. Da bin ich auf das Globe schon mehr gespannt. :)


Sind zwar nur Eimer, aber dafür sehr schöne Eimer

Kunst oder Nicht-Kunst, das ist hier die Frage.

Fand ich ganz niedlich die Idee (Sicherlich auch für Zimmerwände nutzbar)

Oktoberfest und Weihnachten. Das fällt auch nur in London auf die selbe Zeit

Und üüüüüberall Riesenräder

Das war's erstmal von mir, ich wünsche euch schon jetzt einen schönen vierten Advent und schöne Weihnachten! :)

Bis bald,
Eure Helen

Samstag, 6. Dezember 2014

Todesängste auf einem Londoner Weihnachtsmarkt?!

Irgendwie kommt es mir so vor als hätte ich eine halbe Ewigkeit nichts mehr geschrieben, aber es ist ja erst eine Woche her..

Was ist passiert?
Auf der Arbeit nicht sonderlich viel. Also jedenfalls nichts extrem Spannendes. Ich musste einen Tag lang ans Telefon gehen, was ich als sehr unangenehm empfunden habe. Nicht wissen wer anruft, auf einer Fremdsprache telefonieren zu müssen waren und möglicherweise keine Ahnung haben um was es geht waren Dinge die mich ziemlich abgeschreckt haben. Aber eigentlich schlimm war nur, dass meine Teamchefin dabei nur wenige Meter von mir entfernt saß. Sie ist eigentlich ein netter Mensch, aber sie flucht (fucking) viel und kann schon ziemlich harsch sein. Und so ein richtiges Verständnis dafür, dass ich eher ungern ans Telefon gehe, hat sie auch nicht.. Aber gut, das war (erstmal) eine Ausnahmesituation und kommt hoffentlich nicht so schnell wieder vor.

Das wars auch schon mit der Arbeit.
Interessant wirds, wie so häufig, erst am Wochenende. :D
Gestern Abend war ich mit der lieben Nathalie aus der Grundschule ein bisschen unterwegs. Erst sind wir in einen Pub geganen. Die Preise waren erstaunlicherweise nicht komplett übertrieben, dafür aber die Musiklautstärke. Es war praktisch wie in einem Club. Zu der Lautstärke haben natürlich auch die laut redenden Menschen beigetragen, aber es war schon grenzwärtig..
Dann gings noch in einen Club irgendwo nördlich der Themse. Das ständige Beatgehämmere und ein paar Menschen die es wahrscheinlich darauf angelegt hatten uns den Platz zum tanzen weg zu nehmen, haben uns etwas die Nerven geraubt.
Was heißt "etwas".. Wir haben uns sogar schon ATEMLOS gewünscht (natürlich insgeheim und nicht beim DJ), nur damit wir was zum mitsingen haben. :D
Diese ganze Situation war aber etwas schneller vorbei als erwartet, denn der Club hat schon um zwei (früh!!!) geschlossen. Ich komme immer noch nicht drüber weg. Früh um zwei. Da wo man in Deutschland erst anfängt ein bisschen betrunken zu werden, wo die ersten sehr lustig tanzen und das Make-Up der Mädels beginnt (!!!) zu verschmieren. Zu diesem Zeitpunkt schließen die Clubs. Und wenn man weiter feiern möchte muss man zu einer After-Party (Danach-Party, nicht Po-Party :D) gehen und am besten noch mal Eintritt zahlen. Auch wenn die Nacht hier schon viel eher beginnt als in Deutschland.. 2 Uhr ist doch etwas arg früh..
Wir haben uns dann noch mit ein paar Deutschen unterhalten die auch auf der Party waren, sind dann aber nach Hause. Um zwei früh. Ich lach mich tot :D

Heute habe ich dann etwas länger geschlafen, denn mein Hals tut schon seit Freitag ziemlich weh und durch die Brüllerei im Club hab ich es natürlich nicht gerade besser gemacht..
Egal, zu dem Treffen im Winterville bin ich trotzdem gegangen. Das ist von meiner Organisation angeboten worden und ich dachte mir, dass es sicherlich eine gute Möglichkeit ist um ein paar Leute kennen zu lernen. Zwar keine Engländer, aber hauptsache Leute mit denen man was machen kann :)
Also bin ich zum Treffpunkt und stand da nun. Alleine. Hab mich umgeschaut und auf ein großes Schild mit der Aufschrift "Treffpunkt für studentsgoabroad" gehofft. Gab's aber leider nicht.
Also habe ich ein Mädchen angesprochen die auch alleine rum stand und siehe da, eine Deutsche die auch zu dem Treffen wollte. Puh, Glück gehabt. :D
Wir haben uns dann extra etwas lauter auf Deutsch unterhalten und auch das hat seinen Zweck erfüllt. Es kam nämlich noch ein drittes Mädchen an. "Tschuldigung... seid ihr Deutsche?" - Das waren dann alle drei Menschen die zu diesem Treffen erschienen sind. :D
Also es kamen noch drei Leute von der Organisation, aber mehr Praktikanten wollten nicht kommen.. Trotzdem war es sehr schön. Die Mädels sind sehr lieb und wir machen auch morgen gleich noch was zusammen. Sightseeing zu dritt. :D

Nun zum londoner Weihnachtsmarkt. Mehr eine Art Rummel. Überall Achterbahnen, Fresszelte (mehrere große mit vielen kleinen Ständen drin) und Stände wo man mehr oder weniger unschöne Kuscheltiere erspielen kann. Es gab sogar eine Geisterbahn. Auf dem Weihnachtsmarkt. Geister. Ein bisschen verrückt sind die Leute hier schon... Die Mädels von der Organisation haben dann die Wilde Maus entdeckt, eine relativ unspektakuläre Achterbahn. Unspektakulär für Leute die öfter mal mit sowas mitfahren. Also spektakulär für mich. :D
Ich mit meiner Höhen- und irgendwo-runterfallen-Angst hatte eigentlich schon aus Prinzip nein gesagt, aber irgendwie hat es mich dann doch gereizt. Man kann ja nicht mit 19 Jahren immer noch nicht mit sowas gefahren sein. Da wird man ja von allen blöde angeguckt :D
Ich kann nur sagen. Adrenalin pur, mehrfache Angst aus der Kurve zu fliegen und zerquetscht zwischen den Massen zu landen, Selbsthass - WARUM zur Hölle tust du dir das an? Du wusstest genau, dass das passieren wird!, ABER auch wirklich großer Spaß. :D
Ob ich das noch mal mache, weiß ich noch nicht so genau, aber lustig war es auf jeden Fall. Wer weiß, vielleicht in 19 Jahren noch mal.

Das wars auch schon mit den Geschehnissen der letzten Woche.
Hier noch ein paar Bilder vom "Weihnachtsmarkt":

Der Eingang zum Weihnachtsrummel

Ein Riesenrad. Auf einem Weihnachtsmarkt. Komisch...

Auf dem Schild: "First Aid"- Man beachte, wo das Schild steht. :D

Das war's erst Mal. Ich wünsche euch allen für morgen einen schönen zweiten Advent. Esst ein paar Plätzchen für mich mit. :)

Bis bald,
Eure Helen :)

Sonntag, 30. November 2014

Es weihnachtet ein bisschen

Laaaast Christmas, I gave you my... NEIN!!

Auf Arbeit kam dieses Lied schon am Freitag. Zu früh Leute, zu früh.
Aber ab heute darf es los gehen, immerhin ist der 1. Advent. Ich habe bei meiner Gastfamilie nachgefragt, nein sie schmücken ihr Haus nicht. Schade, aber ich bin ja auch nicht hier um es genau wie zu Hause zu haben. Und dank meiner lieben Eltern, die mir sowohl meinen Adventskalender, als auch ein kleines Räucherhäuschen mit Räucherkerzen geschickt haben, konnte ich heute ein kleines bisschen Adventsstimmung aufkommen lassen. Gerade jetzt räuchert das Häuschen fröhlich vor sich hin und verwandelt mein kleines Zimmer in ein Weihnachtsduftparadies. :)

In den Läden kommt schon ausschließlich Weihnachtsmusik und überall gibts die kitschigsten Weihnachtskarten überhaupt. Wenn jemand eine haben möchte können Wünsche gern bei mir abgegeben werden. :D
Also alles in allem ist also schon ganz schöne Weihnachtsstimmung. Außer bei mir. Bei mir ist die noch nicht wirklich angekommen. Das Räucherhäuschen hilft ein wenig, aber wahrscheinlich muss ich mir noch das Weihnachtsoratorium auf meinen iPod laden. Sonst fehlt ja was, nicht wahr Mama? :D
Für alle Unwissenden: Während der Weihnachtszeit vergeht kein Tag ohne "Jauchzet, frohlocket" oder "Groooßer Herr und stahaharker König" in unserer Wohnung. Mittlerweile kenne ich die Texte schon fast auswendig und die Lieder gehören einfach dazu, sonst ist es eben keine Weihnachtszeit.


Und jetzt noch mal kurz zum Black Friday/Weekend...
Es war absolut nicht so wie erwartet, aber das hätte ich mir ja eiiiigentlich denken können. Westfields war nicht so bombastisch. Entweder nicht meine Preisklasse oder einfach potthässlich. Auch Bershka und H&M haben mich enttäuscht. Schlecht gelaunt habe ich dann den Entschluss gefasst noch zur Oxford Street zu fahren und mich dort, hoffentlich erfolgreicher, durch ein paar Läden zu quetschen.
Haha. Dazu müsste man erst ein mal die Ubahnstation verlassen können. Ich bin am Oxford Circus ausgestiegen. Das ist eine Kreuzung wo alle lang fahren/gehen und es vier Ubahnein/-ausgänge gibt. Dementsprechen ist es dort komplett voll und man muss sich für jeden Weg den man gehen will durch Menschenströme hindurchboxen. Die Kleine-Helen-Ellenbogen-Technik ist dabei sehr hilfreich, auch wenn ich sie eher ungern anwende (jedenfalls wenn ich noch nicht allzu gestresst bin :D).
Orientierungsprobleme gibt's natürlich auch, wenn man nur Himmel oder Rücken und Haare sieht. Den riesigen H&M auf der anderen Seite der Kreuzung habe ich trotzdem entdeckt, war ja nahe dem Himmel. Aber eigentlich wollte ich ja nicht in den H&M.. Der hatte mich ja gerade schon ein Mal enttäuscht und überhaupt... Ich bin in London auf der Oxford Street. Hier gibt es so viele Läden, warum dann in den H&M?
Also habe ich versucht mich anderweitig zu orientieren und siehe da, nur wenige Slalomschritte von mir entfernt ist ein Laden der doch vielversprechend aussieht! - Helen? "Vielversprechend" hat dir bei Westfields auch nicht geholfen... Hätte mir mal jemand vorher sagen können. Ich gehe also da rein, schnappe mir ein paar coole Sachen und ab zur Umkleide. Und ab wieder raus. Hat alles nicht gepasst oder sah eben blöd aus. Wie das eben so ist.
Und was tut ein frustriertes Mädchen? - Nein, essen erstmal nicht, auch wenn das klasse gewesen wäre. Ein frustriertes Mädchen geht dort hin, wo es sicherlich was findet. Also doch H&M. Verdammt.
Aber siehe da! Nach dem Durchforsten von vier ganzen Etagen binich mit einer gut gefüllten Tüte wieder auf die Oxford Street getreten und habe mir meinen Weg zur Ubahn gebahnt.
Nix mit reduzierter Ware, aber egal. Ich habe Klamotten, das reicht mir. :D

So, jetzt habe ich wieder viel gequatscht. Hier noch ein paar Bilder und euch allen noch einen schönen 1. Adventsabend. :)


Man sieht es nicht so gut, aber die Weihnachtsbeleuchtung im Westfields ist unglaublich schön!

Weihnachtslichter beim Oxford Circus

Mein Adventskalender :)

räucher, räucher

Bis bald,
Eure Helen :)

Donnerstag, 27. November 2014

Londoner Märkte und ein schwarzer Freitag

Hallo ihr Lieben,

ich habe zwar nicht wirklich viel zu erzählen, melde mich aber trotzdem mal wieder. :)

Die Arbeit war diese Woche sehr entspannt, da wir nur zu viert im Büro waren. Die Chefin vom Team war mit einer anderen in Brüssel unterwegs um (mal so lasch gesagt) die Kollektion herum zu zeigen. Das war letzten Freitag mit einer stressigen Aufgabe verbunden, denn bevor die beiden los konnten musste die ganze Kollektion (umfasst etwa 150 Kleidungsstücke) mit einem Label (Schild mit Name, Farbe und Preis) bestückt, auf die richtigen Kleiderbügel gehangen und dann eingepackt werden. Und das auch bitte in zwei Stunden, denn vorher war noch die nette Dame von Zalando da um sich anzugucken was es demnächst von Louche dort zu kaufen geben kann. Dementsprechend waren wir alle etwas unter Zeitdruck, haben aber alles noch hinbekommen.

Freitag abend bin ich mit einer Freundin aus meiner Grundschulklasse (Oh mein Gott, wir haben uns ja eeeewig nicht gesehen!) in eine Bar gegangen und wir haben sehr viele schöne und weniger schöne Erinnerungen ausgekramt. Das ging von unserem Zivi den wir damals alle unglaublich toll fanden bis zu unseren "Banden"streits. :D Es war auf jeden Fall unglaublich lustig und ein sehr schöner Abend :)

Samstag habe ich mich mit einem Mädchen getroffen das ich über meine Gastschwester kenne. Sie kommt auch aus Deutschland und wir sind zusammen über den Spitafield Market und den Bricklane Market gelaufen.
Unglaublich was es da alles gibt. Schmuck, Kleider, Taschen, Bilder, Kokosöl, Essen, Essen und noch mehr Essen. :D Und sogar ein Ersatz fürs Rasieren wurde uns angeboten. Da hat man eine Art feines Schmirgelpapier auf einer Gummiplatte mit Griff und schmirgelt sich mit kreisenden Bewegungen die Haare vom Körper. :D
Ganz kurz hab ich überlegt, ob ich das kaufen soll, einfach so zum ausprobieren, aber ich habs (erstmal?) sein gelassen.
Weiter gings in eine andere Art Markt, schwer zu beschreiben. Das war mehr Kunst als 'normales' Marktzeug. Also selbst gemachte Ketten, Karten, Kissen, Geschirr, Sonnenbrillen und und und. Das ganze findet ein Mal im Jahr zwei Tage lang statt, wir hatten also echt riesiges Glück. :)
Dann sind wir noch in einen Vintage/Second Hand Laden gegangen wo man doch das ein oder andere schöne Stück findet. :)

Morgen ist Black Friday. Der Tag nach Thanks Giving, was hier anscheinend nicht so sehr gefeiert wird wie in den USA, kann aber auch an meiner Familie liegen. :D
Jedenfalls gibt es am Black Friday 20% bis 50% Rabatt in allen möglichen Läden, wenn nicht sogar in allen. Das Ganze ist natürlich dafür gedacht, dass man schon mal alle Weihnachtsgeschenke kaufen und dabei auch noch sparen kann. Und weil nur ein Tag natürlich viiieeel zu wenig ist, ist das ganze Wochenende Black Friday. Und Zalando (ja die machen auch mit, aber ob in Deutschland weiß ich nicht) macht gleich mal eine ganze Woche draus. Also wenn man hier was bei Zalando bestellen möchte, dann bestenfalls ab morgen bis nächste Woche Freitag. :D
Für mich bedeutet das alles nur eins. Shoppen! Ich werde wohl am Samstag mal in die Westfield Mall gehen oder/und in die in Shepherds Bush. Auch wenn es dort sicher extrem voll wird glaube ich fest daran, dass ich auf der Oxford Street einfach noch schlechter dran wäre. :D
Aber das werde ich sehen, und euch erzähl ich es sicher auch. :)

Hier noch ein paar Bilder:
Da ist einiges los, wenn Menschen selbstgemachtes an (künstlerisch) Interessierte verkaufen.

Interessanter Schmuck, aber tragen würd ich es eher nicht..

Hier das Schild. Es war also eine Ausstellung von handgefertigen Qualitätsstücken.

Ein Vintage-Markt im Keller, schön schön. :)


Da hatte ich doch wieder einiges zu erzählen.. Mehr gibts nach meinem Shoppingtrip.

Bis bald,
Eure Helen :)

Mittwoch, 19. November 2014

Mein britischer Geburtstag

ACHTUNG! Diesen Bericht habe ich gestern geschrieben, hatte aber noch nicht alle Bilder zusammen, daher kommt der heute :)


Weil heute mein Geburtstag ist und das zum ersten Mal, alleine und im A-haus-land, dacht ich ich schreib hier mal.

Jaja, künstlerisch sehr wertvoll.
Jetzt mal zum Ernst der Sachlage. Ich finde Geburtstage ja toll, es gibt Kuchen und Geschenke und manchmal auch die ein oder andere Rede (manchmal leider mit peinlichen Anekdoten/Bildern/Videos untermalt) und es werden Witze über das Alter gemacht (Mit 18 geht's straff auf die 40 zu - manche erinnern sich vielleicht noch dran).
Aber den Geburtstag in einem fremden Land, hunderte Kilometer entfernt von der Familie und den Freunden.. es ist schon komisch. Ich habe es mir selbst ausgesucht und am Ende des Tages kann ich sagen, dass ich es nicht bereue, aber es ist eben doch sehr anders.

Mal ganz von vorne. Gestern habe ich mich wie immer noch wie ein kleines Kind gefreut, dass ich heute Geburtstag habe, aber als ich heute früh um sechs aufgewacht bin, konnte ich es gar nicht richtig realisieren.. Hm. Du hast heute Geburtstag. Wieder ein Jahr älter. Hallo? Kommt das auch mal bei meinem Gehirn an?
Also schlaftrunken die Decke wegschlagen und die, schon bereit gelegten, Geschenke zu mir ins Bett holen.
1) Eine Karte von meinen lieben Großeltern mit einem kleinen Bisschen Heimat - dem Dresdner Zwinger - auf der Vorderseite (Danke an euch beide! :) )
2) Ein paar Utensilien für die kommende Weihnachtszeit (Räucherhäuschen und Adventskalender), das Suchtmittel Raffaelo und ein hübsches Paar Ohrringe von meinen Eltern
und
3) Wärme in Schafform von der geheimnisvollen Petra (schauspielern kannst du, aber dieses Mal habe ich ausnahmsweise mit der Logik zusammen gearbeitet :D )

Und da habe ich mal wieder gemerkt, dass ich auch eine Stunde eher aufstehen kann als sonst und trotzdem ins Hetzen gerate. :D
Blauer Himmel und Sonnenschein, als ich aus dem Haus trete (Juhu, das Wetter spielt mit!), aber als ich die Ubahnstation verlasse, schüttet es.. Naja, London eben. Schirm hab ich vergessen. Egal, ist eh nur Wasser (meine neue Einstellung).
Auf Arbeit haben mir alle aus meinem Team erst mal gratuliert, dann kam schon die erste mit "Ich hab was vom Bäcker mitgebracht" an. Neben dem Essen wird aber gearbeitet, busy day again, sorry..
Jaa und etwa eine Stunde bevor ich Feierabend hatte, gingen im Büro plötzlich die Lichter aus. Meine erste Reaktion? - Mist.. was heißt jetzt "Booaah, kann mal jemand das Licht wieder anmachen? Wer war das? Ich kann nichts sehen." so schnell auf Englisch?
Aber ich kam gar nicht zum Nachdenken, weil plötzlich alle meine Kollegen Happy Birthday für mich singen und einen kleinen Kuchen mit Kerzen ins Büro tragen. Das war so niedlich, ich hab mich total gefreut :)
Aber beim Kuchen bliebs nicht, nein. Ohne Geburtstagskarte kommt man hier nicht weg. Und neee, das ist nicht so eine wo in Glitter "HAPPY BIRTHDAY" drauf steht und darunter eine fette Torte abgebildet ist. Nein, das gibts hier nicht. In England sehen die Karten anders aus. (Siehe unten)

Dann schnell nach Hause und Skype angeschmissen, weil so ganz ohne Geburtstagsgespräch mit der Familie will ich ja auch nicht bleiben. Und dann ab in die Küche (hatte kein Mittag, da ich völlig überzuckert war und daher appetitslos) und siehe da: Das erste so richtig britische Essen und das zu meinem Geburtstag.
Fish&Chips. Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Fisch, aber LECKER! Und jeder der mir jetzt noch versucht das britische Essen runter zu machen, den schick ich mal zu meiner Gastmutter Fish&Chips essen. :D
Nein, wirklich. Das ist echt so lecker :)
Meine älteste Gastschwester kam dann mit einer Tüte und dem Spruch "Es ist nur was ganz kleines von uns allen" an. Kennt man ja :D Hier ebenso die obligatorische Karte!
Und als ich so vollgefressen auf meinem Stuhl saß, ging schon wieder das Licht aus. Aber realisieren konnte ich das nicht so schnell, diesmal wurde schneller losgesungen. Und der Kuchen hat auch nicht gefehlt. Mannoman, so viel Essen! :D
Auch hier hab ich mich wieder riesig gefreut! Ich bin erst so kurz da und dann gibts trotzdem so einen Aufwand zu meinem Geburtstag. :)



Stromausfallgrund Nummer eins (Büro)
Meine Gastcousine, mein Gastvater, mein Kuchen und ich

Karten: links vorne von meinen Kollegen und rechts daneben von meiner Gastfamilie


Das wars so weit zu heute. Ich kann nur sagen, dass es ein sehr schöner Geburtstag, wenn auch ungewöhnlich, war. Aber da ich ja trotzdem sehr viele ganz wunderschöne Glückwünsche von Übersee bekommen habe, hielt sich das Heimweh einigermaßen in Grenzen.

Danke an alle, die an mich gedacht haben! :)

Bis Bald,
eure Helen :)

Freitag, 14. November 2014

20 Schweden und Die oberste Etage

Meine zweite Woche in London geht langsam dem Ende entgegen und es kommt mir so vor, als wäre ich schon ewig hier. Das äußert sich aber bis jetzt glücklicherweise noch positiv. :)
Irgendwie ist viel passiert, aber irgendwie auch nicht. Schwer zu erklären..
Ich habe viele neue (kleine) Dinge bei der Arbeit gemacht, aber perfekter Weise gleich wieder vergessen was ich so den ganzen Tag getrieben habe. Aufschreiben wäre mal eine gute Idee (Notiz an mich selbst :D).

Diese Woche war eine aus meinem Team im Urlaub, dafür ist aber eine wiedergekommen. Die die wieder gekommen ist hat in meinem Team immer einen Plan von allem, einen guten Draht zum Chef, dafür aber auch reichlich Stress am Hals. Das bekommen wir anderen natürlich mit, weswegen es zuweilen nicht ganz so entspannt ist im Büro. Musik läuft aber trotzdem häufig und mitgesungen wird auch zum Teil. :D
Anfang der Woche habe ich die Chefs von dem ganzen Unternehmen kennengelernt. Ein sehr nettes Ehepaar die immer mal bei uns reinschneien. Die Chefin hat zum Beispiel irgendeine komische chinesische Süßigkeit vorbei gebracht (die beiden waren dort im Urlaub) und später hat eine Kollegin jedem so ein Ding in die Hand gedrückt. Es war eklig. Ingwergeleezeug in Reispapier eingewickelt oder so. die fünf Quadratmillimeter die ich davon abgebissen haben, haben mir da auch schon zu dieser Erkenntnis gereicht. :D

Gestern früh haben wir den Showroom (ein Raum in dem die ganze Kollektion hängt und der genutzt wird um potenziellen Kunden die Teile zu zeigen) für einen wichtigen Kunden vorbereitet. Also alle Klamotten ordentlich hinhängen (auch schööön alles in eine Richtung), unnötige Teile aus dem Raum verbannen und Wasser, O-Saft und Gebäck hinstellen. Alles schon Stress genug, wenn der Kunde in einer viertel Stunde kommen soll, aber nein. Da fährt plötzlich ein Kleinbus vor und schmeißt um die 20 Schweden direkt in die Firma rein. Die wollten sich dann auch alles angucken und haben sich ganz interessiert in den Showroom reingestellt. Das war ein Durcheinander. Vor allem weil keiner wusste was die wollen. Jeder Mitarbeiter dem ich entgegen gekommen bin, hat mich völlig verwirrt angeguckt: "Wer sind diese Leute?" "Was machen die hier?". Ich konnte nur lachen und jedem mit "Keine Ahnung" antworten. :D
Wie sich dann später rausgestellt hat, waren das Geschäftsleute die sich in London nach Investitionsmöglichkeiten umsehen. Und zwei oder drei Leute aus der Firma wussten darüber auch bescheid. :D

Heute war ein merkwürdiger und aufregender Tag. Anfang der Woche hatte einer aus meinem Team schon verkündet, dass heute sein letzter Tag bei uns sein wird, denn er hat einen neuen Job in einem Bereich der ihm mehr gefällt. Da war die Trauer schon mal groß, aber als heute gleich die nächste verkündet hat, dass sie auch einen neuen Job hat, haben wir uns schon leicht verarscht gefühlt. Einer hat sich gleich mal nach der versteckten Kamera umgeschaut. :D
Naja, ist sehr schade, aber immerhin ist es deren Hauptbeschäftigung, die sollte ja auch wirklich Spaß machen und wenn sie dafür wo anders hin müssen ist das eben so.
Kurz nachdem diese Nachricht verkündet wurde, rief die an die letzte Woche im Urlaub war. Ich solle mal bitte ins Haupthaus in die oberste Etage kommen. Hm, okay, sicher wieder irgendwelche Klamotten durch die Gegend tragen oder ähnliches.
Nein. Ab ins Büro vom Chef. Oh. Was passiert jetzt? Falsch gemacht hab ich ja wohl nichts.
Neee. Aufgabenfeldserweiterung für die Praktikantin. Oooch, dein Englisch ist so gut (aha?), du recherchierst nicht mehr nach Läden in Deutschland, sondern nach welchen in England und die kannst du dann bald kontaktieren.
Wuaaaaa?!?!?!
Naja, du willst doch dein Englisch verbessern, oder? So geht's am besten.
Oookay. Zu viele Informationen/Veränderungen für einen Tag, aber klar. Mach ich. Pff, steck ich weg.
Hoffentlich kann ich jegliche Telefonate mit Briten noch eine Weile rauszögern. :D
Englisch lernen hin oder her, dafür hab ich noch über fünf Monate Zeit! :D

So, jetzt hab ich schon wieder halbe Romane verfasst.. :/
Morgen geht's shoppen :))

Bis bald,
eure Helen :)

Sonntag, 9. November 2014

1x Bummeln + 1x Kultur, kommt sofort

Jaa, das erste richtig sinnvoll nutzbare Wochenende ist fast zu Ende und ich hab es glaube ich ganz gut gefüllt. :)

Gestern war ich am Tooting Broadway. Die Haltestelle an der ich umsteigen muss um mich in die Ubahndrängelei zu quetschen, aber auch eine Straße die so einiges an Geschäften hergibt. Neben den obligatorischen Läden Starbucks und McDonalds, gibts hier einen Primark (damit man nicht so lange fahren muss um sich sagen zu können, dass man doch gar keine neuen Klamotten braucht), diverse Cafés, Kneipen, Handyläden, 1-Pfund Läden uuund uuund und. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen da mal ein bisschen lang zu schlendern, mir alles anzugucken und mir am Ende im Sainsbury's (Supermarkt) ein bisschen Nervennahrung für die Arbeit und Abends zu Hause zu holen. Den Primark wollte ich auslassen.
Was mache ich also als erstes, nachdem ich aus dem Bus ausgestiegen bin? - Richtig. In den Primark gehen.
Immerhin habe ich mir nichts gekauft, was ich als sehr großes Erfolgserlebnis für meinen inneren Widerstand verbuche. :D
Im 1-Pfund Laden konnte ich aber nicht widerstehen und habe mir 6 Nagelfeilen für insgesamt einen Pfund gekauft. Tjaja, irgendwas muss ich ja mitnehmen, abgesehen von Schokolade und Tortillachips.
Zu Hause habe ich dann noch ganz fachmännisch das Rollo im Bad repariert, bei dem mir vorher die sehr alten Stricke davon gerissen sind als ich es hochziehen wollte. Aber selbst ist die Frau, das Ding funktioniert wieder.

Heute bin ich mal über eine Stunde (!!!) mit dem Bus gefahren um in die Innenstadt zu kommen. Auf dem Rückweg habe ich dann bemerkt, dass es wesentlich einfacher geht und dann diesen Weg genommen, aber man muss ja immer erst mal etwas lernen.
Angefangen habe ich im London Design Museum, wo es gerade eine Ausstellung mit dem Titel "WOMAN, FASHION, POWER" gibt. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen und es hat sich auch wirklich gelohnt. :)

Als ich aus dem Museum raus gegangen bin, stand ich praktisch schon an der Themse und als ich nach links geguckt habe war die Freude groß, dennn ich stand nur etwa 300 Meter von der Tower Bridge entfernt!! :)
Vor drei Jahren hab ich sie zum ersten und leider auch bis heute zum letzten Mal gesehen, aber heute konnte ich mir diesen Traum einer Brücke live ansehen. Klingt vielleicht etwas übertrieben dramatisch, aber ich hab mich so sehr gefreut, das kann man einfach nicht erklären.
Und guckts euch selbst an:

... muss ich noch was sagen? :P

Als mich der Hunger dann von hier wegzog bin ich in "The Hay's Gallery" gelandet, wo ich mir einen schönen Bagel geholt hab.
Eigentlich hatte ich noch geplant über die Towerbridge zu laufen und mich mal wieder auf der anderen Seite umzusehen und dann noch zu Shakespeares Globe Theatre zu gehen, aber die Temperatur wurde mir zu niedrig, ich hatte keinen genauen Plan wo ich zum Globe lang gemusst hätte und es standen unglaublich viele Menschen an um auf die Tower Bridge zu kommen... Stellt euch mal vor es würden täglich hunderte Menschen anstehen, nur um sich auf das Blaue Wunder zu stellen. Verrückt.
Aber gut, ich werde mich wohl oder übel auch mal anstellen müssen, wenn ich keinen anderen Weg finde dort drauf zu kommen. :D

Morgen geht schon meine zweite Arbeitswoche los. Mal sehen wann ich da mal was Wichtiges zu erzählen habe.

Bis dahin,
eure Helen :)

Donnerstag, 6. November 2014

Unfreiwilliger Zeitvertreib: Gruppenkuscheln

Jetzt bin ich schon fast eine Woche in London und seit Montag arbeite ich von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Nicht einfach, vor allem wenn man es nicht mehr gewöhnt ist früh ins Bett zu gehen, aber ich tu mein Bestes :D
Die meiste Zeit während meiner Arbeit habe ich bis jetzt vor dem Computer verbracht, was echt ganz schön schlaucht. Aber es macht auf jeden Fall Spaß und die Leute mit denen ich arbeite sind total nett. Wie alle hier. Alle sind nett. Ständig wird man gefragt, ob alles gut ist, wie es einem geht und und und.

Ich arbeite mit vier Frauen und drei Männern zusammen im Salesbereich, das bedeutet, dass wir Listen von den Kollektionen mit Preisen, Bildern und Verfügbarkeit immer auf dem neusten Stand halten, uns um neue Kunden kümmern und Bestellungen von schon-Kunden annehmen. Abgesehen davon bereiten wir die sogenannten Showrooms vor in denen dann interessierten Geschäftsführern die Kollektion gezeigt wird. Das bedeutet, dass man ab und an in den tollsten Raum des Unternehmens gehen kann um zwischen Klamotten zu wühlen. :D
Der Raum ist etwas kleiner als mein Zimmer hier und von oben bis unten mit Kleidern, Tops, Jacken, Hemden, Taschen und und und gefüllt. Teilweise extrem unübersichtlich, von meinen Mitarbeitern als "a mess" bezeichnet, aber trotzdem ein absoluter Traum!

Einer meiner Mitarbeiter ist Franzose und hat einige Zeit in Deutschland verbracht, weswegen er ganz gut Deutsch spricht und das auch gerne. Ihm helfe ich zum Beispiel manchmal, wenn er nicht weiß wie er sich in einer E-mailam besten ausdrücken soll, kommt aber nicht oft vor. :D

Die Stunde vor und nach meiner Arbeit ist immer weniger schön als das dazwischen, da ich durch meine Arbeitszeiten die Rushhour gekonnt mitnehme. Ein paar Haltestellen mit dem Bus sind relativ in Ordnung, es passiert selten, dass man mal stehen muss. Dafür ist die Ubahnfahrt umso schlimmer.
Gestern früh war die bis jetzt schlimmste Fahrt.
Ich stehe am Tooting Broadway, die Ubahn kommt in einem beängstigendem Affentempo angerast, bremst quietschend und ich suche verzweifelt nach einem naheliegendem Abteil das nicht schon voll ist. Aber nichts ist. Also steige ich dort ein, wo es noch am leersten aussieht. Trotzdem gibt es weder einen Sitzplatz, noch ist der Gang zwischen den Sitzen frei. Ich stelle mich also an die Tür neben die Scheibe die Eingangsbereich von der Sitzreihe trennt. So weit so gut. Aber dann halten wir an der nächsten Haltestelle und an der danach und es steigen immer mehr Leute ein.
Überall Arme, Schultern, Rücken, Taschen und ich als kleiner Mensch habe zwischen diesen ganzen Leuten natürlich schlechte Karten.
Von der einen Seite also Menschen ohne Ende und auf meiner anderen Seite die Glasscheibe, schöön eng. Und als ob das nicht reichen würde und als ob das Abteil nicht schon voll genug wäre, stehen an der nächsten Haltestelle ein paar Verrückte die denken sie kommen auch noch rein. Und irgendwie haben die das auch noch geschafft. Ich lerne die Scheibe also noch etwas näher kennen und warte auf die Ansage der nächsten Haltestelle. Als endlich "Elephant & Castle" ertönt bin ich echt erleichtert, weil dann doch so ein bisschen Platzangst auftaucht.
Aus der Bahn raus, die 111 Stufen lange Treppe nach oben (nein, ich quetsche mich nicht noch mal mit einem Haufen Menschen zusammen, nur um den Fahrstuhl nutzen zu können) und dann endlich an die Luft.

Aber Schluss mit den schlimmen Erzählungen. Bis jetzt geht es mir echt gut hier. Meine Familie ist super nett, das Essen ist lecker und glücklicherweise nicht zu scharf. Die Kommunikation funktioniert, auch wenn ich mir manchmal am liebsten gegen den Kopf schlagen würde, weil ich die einfachsten Wörter bei meiner Gastfamilie nachfrage. :D

So viel erst mal von mir. Mehr gibts, wenn was interessantes passiert (möglicherweise mein erstes richtiges Wochenende hier), wird sicher bald der Fall sein.

Bis bald,
eure Helen :)

Sonntag, 2. November 2014

Orientierungslauf um Elephant&Castle

Man glaubt es kaum. Ich bin schon den dritten Tag hier und erst heute hat es wirklich geregnet und das auch nur Vormittags. :D

Als ich am Freitag in London gelandet bin, hat mich mein Gastvater mit seinem Taxi abgeholt und mich ca. eine Stunde bis in mein neues Zuhause gefahren. Dort hat auch schon meine Gastmutter gewartet, eine sehr freundliche und fröhliche Person die eigentlich ständig lacht, und mir mein Zimmer gezeigt. Es ist ist zwar nur halb so groß wie mein Zimmer in Deutschland, aber darauf hatte ich mich ja vorbereitet und es ist eigentlich auch nicht schlimm. Trotzdem ist es mir von Zeit zu Zeit lieber, wenn meine Tür offen steht, auch aus dem Grund, dass ich mich ja nicht von meiner Gastfamilie abtrennen möchte.
Mein Zimmer liegt im zweiten Stock, nebenan wohnt meine Gastcousine und wir teilen uns ein Bad. Im Haus wohnen sonst noch meine Gasteltern und zwei ihrer vier Töchter. Die anderen beiden sind schon verheiratet und haben Kinder (drei von den Kleinen waren Freitag da, so süß!!). Es ist also praktisch immer was los. :D
Ich bin in eine wirklich sehr nette Familie geraten, ständig werde ich gefragt, wie es mir geht, ob ich noch was essen möchte und ich darf auch nicht vergessen, dass hier jetzt für die nächste Zeit mein Zuhause ist ("It's your home. Take what you need.").

Gestern habe ich meine Oyster Card bekommen und war ein Stück im Park spazieren der nicht weit entfernt von meinem Zuhause liegt. Das schöne Wetter was wir gestern hatten haben natürlich auch noch viele andere Leute genutzt. Der Spielplatz war extrem voll und immer wieder kamen neue Eltern mit ihren unglaublich niedlichen Kindern die mir teilweise einfach zugewunken haben oder irgendwas im vorbeilaufen zu mit gesagt haben.

Für heute hatte ich geplant meinen Arbeitsweg ab zu fahren, damit morgen auch nichts schief läuft. - Gute Idee!
Ich hab mir hier schön alles raus gesucht und sogar eine Skizze gemalt, ich von der Monsterhaltestelle "Elaphant & Castle" zu meiner Arbeitsstelle komme.
Diese Art Planung kennt man ja vielleicht von mir. Aber was manche noch besser kennen ist das was heute passiert ist: Ich habe diese tolle Skizze natürlich Zuhause vergessen.
Mit Bus und U-Bahn zu dem Haltestellenkreisverkehr zu kommen war kein Problem, aber die Straße zu finden in die ich rein musste schon. Nachdem ich eine Frau gefragt hatte und ein mal um die komplette Station mit integriertem Einkaufszentrum herum gelaufen bin habe ich es dann irgendwie geschafft die Straße zu finden. Und nach mehr Herumirrerei habe ich auch meine Arbeitsstelle ausfindig gemacht.
Man muss auch dazu sagen, dass ich kein Internet auf dem Handy habe, sonst wäre das alles etwas schneller gegangen.
Glücklicherweise konnte ich mich an ein paar Straßennamen erinnern und rund um diesen Haltestellenkreisverkehr standen Karten auf denen dieser Kreisverkehr und ein paar umliegende Straßen dargestellt waren.

Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und noch ein Sück weiter laufen um zur Towerbridge zu kommen (so weit entfernt ist die von meiner Arbeit nämlich gar nicht - für londoner Verhältnisse). Aber nach dieser Suchaktion hatte ich dann auch keine Nerven mehr und bin erst mal nach Hause gefahren.
Die ganze Zeit in der ich draußen war, hat es nur wenig genieselt, aber jetzt regnet es schon wieder doller. Zum Glück sitz ich in meinem kuscheligen Zimmer.

So viel erst mal von mir, morgen geht der Ernst ja erst los.

Bis bald,
eure Helen :)

Meine Straße mit den schönen kleinen Häusern :)

Mein Bett das ungefäht 1/3 bis die Hälfte meines Zimmers in Anspruch nimmt

der Teil des Zimmers ohne Bett

Dienstag, 28. Oktober 2014

Vorbereitungen

Hallo ihr Lieben,

ich kann es nicht fassen! In drei Tagen sitze ich praktisch schon in meinem Flieger nach London um dort ein halbes Jahr lang ein Praktikum bei einem Modelabel zu machen. :)
Ich sitze schon unglaublich lange an diesem Projekt und gerade weil immer wieder etwas schief ging bin ich froh, dass wenigstens die wichtigsten Dinge jetzt erledigt bzw. organisiert sind. :)

Trotzdem ist noch einiges zu tun. Meine Listen scheinen nicht kürzer zu werden, dafür die Zeit aber immer knapper. Realisierbar ist das alles nicht wirklich.
Nach London fliegen? - Ja klar, mal für zwei Wochen in den Urlaub mit Freunden oder Familie.
Aber für ein halbes Jahr ganz alleine? - Haha, das geht nicht so in meinen Kopf rein.
Aber das wird auch noch kommen. :)
Natürlich ist mir etwas mulmig zumute, aber trotzdem freue ich mich riesig auf diese Zeit und alle Erfahrungen die ich dort sammeln darf.

Gepackt habe ich zwar noch nicht, aber das wichtigste Utensil liegt schon bereit:
Der Regenschirm. :D
Der Titel dieses Blogs verspricht einen sechsmonatigen Stammplatz dieses Gegenstandes in meiner Handtasche, aber ich gehe einfach davon aus, dass ich ihn auch das ein oder andere Mal zu Hause lassen kann. Abgesehen davon werde ich mich an den Regen schon gewöhnen und bin dann wenigstens abgehärtet. :D


Jetzt geht es erst einmal an die Erledigungslisten, aber die nächste Meldung wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Bis bald,
eure Helen :)