Sonntag, 30. November 2014

Es weihnachtet ein bisschen

Laaaast Christmas, I gave you my... NEIN!!

Auf Arbeit kam dieses Lied schon am Freitag. Zu früh Leute, zu früh.
Aber ab heute darf es los gehen, immerhin ist der 1. Advent. Ich habe bei meiner Gastfamilie nachgefragt, nein sie schmücken ihr Haus nicht. Schade, aber ich bin ja auch nicht hier um es genau wie zu Hause zu haben. Und dank meiner lieben Eltern, die mir sowohl meinen Adventskalender, als auch ein kleines Räucherhäuschen mit Räucherkerzen geschickt haben, konnte ich heute ein kleines bisschen Adventsstimmung aufkommen lassen. Gerade jetzt räuchert das Häuschen fröhlich vor sich hin und verwandelt mein kleines Zimmer in ein Weihnachtsduftparadies. :)

In den Läden kommt schon ausschließlich Weihnachtsmusik und überall gibts die kitschigsten Weihnachtskarten überhaupt. Wenn jemand eine haben möchte können Wünsche gern bei mir abgegeben werden. :D
Also alles in allem ist also schon ganz schöne Weihnachtsstimmung. Außer bei mir. Bei mir ist die noch nicht wirklich angekommen. Das Räucherhäuschen hilft ein wenig, aber wahrscheinlich muss ich mir noch das Weihnachtsoratorium auf meinen iPod laden. Sonst fehlt ja was, nicht wahr Mama? :D
Für alle Unwissenden: Während der Weihnachtszeit vergeht kein Tag ohne "Jauchzet, frohlocket" oder "Groooßer Herr und stahaharker König" in unserer Wohnung. Mittlerweile kenne ich die Texte schon fast auswendig und die Lieder gehören einfach dazu, sonst ist es eben keine Weihnachtszeit.


Und jetzt noch mal kurz zum Black Friday/Weekend...
Es war absolut nicht so wie erwartet, aber das hätte ich mir ja eiiiigentlich denken können. Westfields war nicht so bombastisch. Entweder nicht meine Preisklasse oder einfach potthässlich. Auch Bershka und H&M haben mich enttäuscht. Schlecht gelaunt habe ich dann den Entschluss gefasst noch zur Oxford Street zu fahren und mich dort, hoffentlich erfolgreicher, durch ein paar Läden zu quetschen.
Haha. Dazu müsste man erst ein mal die Ubahnstation verlassen können. Ich bin am Oxford Circus ausgestiegen. Das ist eine Kreuzung wo alle lang fahren/gehen und es vier Ubahnein/-ausgänge gibt. Dementsprechen ist es dort komplett voll und man muss sich für jeden Weg den man gehen will durch Menschenströme hindurchboxen. Die Kleine-Helen-Ellenbogen-Technik ist dabei sehr hilfreich, auch wenn ich sie eher ungern anwende (jedenfalls wenn ich noch nicht allzu gestresst bin :D).
Orientierungsprobleme gibt's natürlich auch, wenn man nur Himmel oder Rücken und Haare sieht. Den riesigen H&M auf der anderen Seite der Kreuzung habe ich trotzdem entdeckt, war ja nahe dem Himmel. Aber eigentlich wollte ich ja nicht in den H&M.. Der hatte mich ja gerade schon ein Mal enttäuscht und überhaupt... Ich bin in London auf der Oxford Street. Hier gibt es so viele Läden, warum dann in den H&M?
Also habe ich versucht mich anderweitig zu orientieren und siehe da, nur wenige Slalomschritte von mir entfernt ist ein Laden der doch vielversprechend aussieht! - Helen? "Vielversprechend" hat dir bei Westfields auch nicht geholfen... Hätte mir mal jemand vorher sagen können. Ich gehe also da rein, schnappe mir ein paar coole Sachen und ab zur Umkleide. Und ab wieder raus. Hat alles nicht gepasst oder sah eben blöd aus. Wie das eben so ist.
Und was tut ein frustriertes Mädchen? - Nein, essen erstmal nicht, auch wenn das klasse gewesen wäre. Ein frustriertes Mädchen geht dort hin, wo es sicherlich was findet. Also doch H&M. Verdammt.
Aber siehe da! Nach dem Durchforsten von vier ganzen Etagen binich mit einer gut gefüllten Tüte wieder auf die Oxford Street getreten und habe mir meinen Weg zur Ubahn gebahnt.
Nix mit reduzierter Ware, aber egal. Ich habe Klamotten, das reicht mir. :D

So, jetzt habe ich wieder viel gequatscht. Hier noch ein paar Bilder und euch allen noch einen schönen 1. Adventsabend. :)


Man sieht es nicht so gut, aber die Weihnachtsbeleuchtung im Westfields ist unglaublich schön!

Weihnachtslichter beim Oxford Circus

Mein Adventskalender :)

räucher, räucher

Bis bald,
Eure Helen :)

Donnerstag, 27. November 2014

Londoner Märkte und ein schwarzer Freitag

Hallo ihr Lieben,

ich habe zwar nicht wirklich viel zu erzählen, melde mich aber trotzdem mal wieder. :)

Die Arbeit war diese Woche sehr entspannt, da wir nur zu viert im Büro waren. Die Chefin vom Team war mit einer anderen in Brüssel unterwegs um (mal so lasch gesagt) die Kollektion herum zu zeigen. Das war letzten Freitag mit einer stressigen Aufgabe verbunden, denn bevor die beiden los konnten musste die ganze Kollektion (umfasst etwa 150 Kleidungsstücke) mit einem Label (Schild mit Name, Farbe und Preis) bestückt, auf die richtigen Kleiderbügel gehangen und dann eingepackt werden. Und das auch bitte in zwei Stunden, denn vorher war noch die nette Dame von Zalando da um sich anzugucken was es demnächst von Louche dort zu kaufen geben kann. Dementsprechend waren wir alle etwas unter Zeitdruck, haben aber alles noch hinbekommen.

Freitag abend bin ich mit einer Freundin aus meiner Grundschulklasse (Oh mein Gott, wir haben uns ja eeeewig nicht gesehen!) in eine Bar gegangen und wir haben sehr viele schöne und weniger schöne Erinnerungen ausgekramt. Das ging von unserem Zivi den wir damals alle unglaublich toll fanden bis zu unseren "Banden"streits. :D Es war auf jeden Fall unglaublich lustig und ein sehr schöner Abend :)

Samstag habe ich mich mit einem Mädchen getroffen das ich über meine Gastschwester kenne. Sie kommt auch aus Deutschland und wir sind zusammen über den Spitafield Market und den Bricklane Market gelaufen.
Unglaublich was es da alles gibt. Schmuck, Kleider, Taschen, Bilder, Kokosöl, Essen, Essen und noch mehr Essen. :D Und sogar ein Ersatz fürs Rasieren wurde uns angeboten. Da hat man eine Art feines Schmirgelpapier auf einer Gummiplatte mit Griff und schmirgelt sich mit kreisenden Bewegungen die Haare vom Körper. :D
Ganz kurz hab ich überlegt, ob ich das kaufen soll, einfach so zum ausprobieren, aber ich habs (erstmal?) sein gelassen.
Weiter gings in eine andere Art Markt, schwer zu beschreiben. Das war mehr Kunst als 'normales' Marktzeug. Also selbst gemachte Ketten, Karten, Kissen, Geschirr, Sonnenbrillen und und und. Das ganze findet ein Mal im Jahr zwei Tage lang statt, wir hatten also echt riesiges Glück. :)
Dann sind wir noch in einen Vintage/Second Hand Laden gegangen wo man doch das ein oder andere schöne Stück findet. :)

Morgen ist Black Friday. Der Tag nach Thanks Giving, was hier anscheinend nicht so sehr gefeiert wird wie in den USA, kann aber auch an meiner Familie liegen. :D
Jedenfalls gibt es am Black Friday 20% bis 50% Rabatt in allen möglichen Läden, wenn nicht sogar in allen. Das Ganze ist natürlich dafür gedacht, dass man schon mal alle Weihnachtsgeschenke kaufen und dabei auch noch sparen kann. Und weil nur ein Tag natürlich viiieeel zu wenig ist, ist das ganze Wochenende Black Friday. Und Zalando (ja die machen auch mit, aber ob in Deutschland weiß ich nicht) macht gleich mal eine ganze Woche draus. Also wenn man hier was bei Zalando bestellen möchte, dann bestenfalls ab morgen bis nächste Woche Freitag. :D
Für mich bedeutet das alles nur eins. Shoppen! Ich werde wohl am Samstag mal in die Westfield Mall gehen oder/und in die in Shepherds Bush. Auch wenn es dort sicher extrem voll wird glaube ich fest daran, dass ich auf der Oxford Street einfach noch schlechter dran wäre. :D
Aber das werde ich sehen, und euch erzähl ich es sicher auch. :)

Hier noch ein paar Bilder:
Da ist einiges los, wenn Menschen selbstgemachtes an (künstlerisch) Interessierte verkaufen.

Interessanter Schmuck, aber tragen würd ich es eher nicht..

Hier das Schild. Es war also eine Ausstellung von handgefertigen Qualitätsstücken.

Ein Vintage-Markt im Keller, schön schön. :)


Da hatte ich doch wieder einiges zu erzählen.. Mehr gibts nach meinem Shoppingtrip.

Bis bald,
Eure Helen :)

Mittwoch, 19. November 2014

Mein britischer Geburtstag

ACHTUNG! Diesen Bericht habe ich gestern geschrieben, hatte aber noch nicht alle Bilder zusammen, daher kommt der heute :)


Weil heute mein Geburtstag ist und das zum ersten Mal, alleine und im A-haus-land, dacht ich ich schreib hier mal.

Jaja, künstlerisch sehr wertvoll.
Jetzt mal zum Ernst der Sachlage. Ich finde Geburtstage ja toll, es gibt Kuchen und Geschenke und manchmal auch die ein oder andere Rede (manchmal leider mit peinlichen Anekdoten/Bildern/Videos untermalt) und es werden Witze über das Alter gemacht (Mit 18 geht's straff auf die 40 zu - manche erinnern sich vielleicht noch dran).
Aber den Geburtstag in einem fremden Land, hunderte Kilometer entfernt von der Familie und den Freunden.. es ist schon komisch. Ich habe es mir selbst ausgesucht und am Ende des Tages kann ich sagen, dass ich es nicht bereue, aber es ist eben doch sehr anders.

Mal ganz von vorne. Gestern habe ich mich wie immer noch wie ein kleines Kind gefreut, dass ich heute Geburtstag habe, aber als ich heute früh um sechs aufgewacht bin, konnte ich es gar nicht richtig realisieren.. Hm. Du hast heute Geburtstag. Wieder ein Jahr älter. Hallo? Kommt das auch mal bei meinem Gehirn an?
Also schlaftrunken die Decke wegschlagen und die, schon bereit gelegten, Geschenke zu mir ins Bett holen.
1) Eine Karte von meinen lieben Großeltern mit einem kleinen Bisschen Heimat - dem Dresdner Zwinger - auf der Vorderseite (Danke an euch beide! :) )
2) Ein paar Utensilien für die kommende Weihnachtszeit (Räucherhäuschen und Adventskalender), das Suchtmittel Raffaelo und ein hübsches Paar Ohrringe von meinen Eltern
und
3) Wärme in Schafform von der geheimnisvollen Petra (schauspielern kannst du, aber dieses Mal habe ich ausnahmsweise mit der Logik zusammen gearbeitet :D )

Und da habe ich mal wieder gemerkt, dass ich auch eine Stunde eher aufstehen kann als sonst und trotzdem ins Hetzen gerate. :D
Blauer Himmel und Sonnenschein, als ich aus dem Haus trete (Juhu, das Wetter spielt mit!), aber als ich die Ubahnstation verlasse, schüttet es.. Naja, London eben. Schirm hab ich vergessen. Egal, ist eh nur Wasser (meine neue Einstellung).
Auf Arbeit haben mir alle aus meinem Team erst mal gratuliert, dann kam schon die erste mit "Ich hab was vom Bäcker mitgebracht" an. Neben dem Essen wird aber gearbeitet, busy day again, sorry..
Jaa und etwa eine Stunde bevor ich Feierabend hatte, gingen im Büro plötzlich die Lichter aus. Meine erste Reaktion? - Mist.. was heißt jetzt "Booaah, kann mal jemand das Licht wieder anmachen? Wer war das? Ich kann nichts sehen." so schnell auf Englisch?
Aber ich kam gar nicht zum Nachdenken, weil plötzlich alle meine Kollegen Happy Birthday für mich singen und einen kleinen Kuchen mit Kerzen ins Büro tragen. Das war so niedlich, ich hab mich total gefreut :)
Aber beim Kuchen bliebs nicht, nein. Ohne Geburtstagskarte kommt man hier nicht weg. Und neee, das ist nicht so eine wo in Glitter "HAPPY BIRTHDAY" drauf steht und darunter eine fette Torte abgebildet ist. Nein, das gibts hier nicht. In England sehen die Karten anders aus. (Siehe unten)

Dann schnell nach Hause und Skype angeschmissen, weil so ganz ohne Geburtstagsgespräch mit der Familie will ich ja auch nicht bleiben. Und dann ab in die Küche (hatte kein Mittag, da ich völlig überzuckert war und daher appetitslos) und siehe da: Das erste so richtig britische Essen und das zu meinem Geburtstag.
Fish&Chips. Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Fisch, aber LECKER! Und jeder der mir jetzt noch versucht das britische Essen runter zu machen, den schick ich mal zu meiner Gastmutter Fish&Chips essen. :D
Nein, wirklich. Das ist echt so lecker :)
Meine älteste Gastschwester kam dann mit einer Tüte und dem Spruch "Es ist nur was ganz kleines von uns allen" an. Kennt man ja :D Hier ebenso die obligatorische Karte!
Und als ich so vollgefressen auf meinem Stuhl saß, ging schon wieder das Licht aus. Aber realisieren konnte ich das nicht so schnell, diesmal wurde schneller losgesungen. Und der Kuchen hat auch nicht gefehlt. Mannoman, so viel Essen! :D
Auch hier hab ich mich wieder riesig gefreut! Ich bin erst so kurz da und dann gibts trotzdem so einen Aufwand zu meinem Geburtstag. :)



Stromausfallgrund Nummer eins (Büro)
Meine Gastcousine, mein Gastvater, mein Kuchen und ich

Karten: links vorne von meinen Kollegen und rechts daneben von meiner Gastfamilie


Das wars so weit zu heute. Ich kann nur sagen, dass es ein sehr schöner Geburtstag, wenn auch ungewöhnlich, war. Aber da ich ja trotzdem sehr viele ganz wunderschöne Glückwünsche von Übersee bekommen habe, hielt sich das Heimweh einigermaßen in Grenzen.

Danke an alle, die an mich gedacht haben! :)

Bis Bald,
eure Helen :)

Freitag, 14. November 2014

20 Schweden und Die oberste Etage

Meine zweite Woche in London geht langsam dem Ende entgegen und es kommt mir so vor, als wäre ich schon ewig hier. Das äußert sich aber bis jetzt glücklicherweise noch positiv. :)
Irgendwie ist viel passiert, aber irgendwie auch nicht. Schwer zu erklären..
Ich habe viele neue (kleine) Dinge bei der Arbeit gemacht, aber perfekter Weise gleich wieder vergessen was ich so den ganzen Tag getrieben habe. Aufschreiben wäre mal eine gute Idee (Notiz an mich selbst :D).

Diese Woche war eine aus meinem Team im Urlaub, dafür ist aber eine wiedergekommen. Die die wieder gekommen ist hat in meinem Team immer einen Plan von allem, einen guten Draht zum Chef, dafür aber auch reichlich Stress am Hals. Das bekommen wir anderen natürlich mit, weswegen es zuweilen nicht ganz so entspannt ist im Büro. Musik läuft aber trotzdem häufig und mitgesungen wird auch zum Teil. :D
Anfang der Woche habe ich die Chefs von dem ganzen Unternehmen kennengelernt. Ein sehr nettes Ehepaar die immer mal bei uns reinschneien. Die Chefin hat zum Beispiel irgendeine komische chinesische Süßigkeit vorbei gebracht (die beiden waren dort im Urlaub) und später hat eine Kollegin jedem so ein Ding in die Hand gedrückt. Es war eklig. Ingwergeleezeug in Reispapier eingewickelt oder so. die fünf Quadratmillimeter die ich davon abgebissen haben, haben mir da auch schon zu dieser Erkenntnis gereicht. :D

Gestern früh haben wir den Showroom (ein Raum in dem die ganze Kollektion hängt und der genutzt wird um potenziellen Kunden die Teile zu zeigen) für einen wichtigen Kunden vorbereitet. Also alle Klamotten ordentlich hinhängen (auch schööön alles in eine Richtung), unnötige Teile aus dem Raum verbannen und Wasser, O-Saft und Gebäck hinstellen. Alles schon Stress genug, wenn der Kunde in einer viertel Stunde kommen soll, aber nein. Da fährt plötzlich ein Kleinbus vor und schmeißt um die 20 Schweden direkt in die Firma rein. Die wollten sich dann auch alles angucken und haben sich ganz interessiert in den Showroom reingestellt. Das war ein Durcheinander. Vor allem weil keiner wusste was die wollen. Jeder Mitarbeiter dem ich entgegen gekommen bin, hat mich völlig verwirrt angeguckt: "Wer sind diese Leute?" "Was machen die hier?". Ich konnte nur lachen und jedem mit "Keine Ahnung" antworten. :D
Wie sich dann später rausgestellt hat, waren das Geschäftsleute die sich in London nach Investitionsmöglichkeiten umsehen. Und zwei oder drei Leute aus der Firma wussten darüber auch bescheid. :D

Heute war ein merkwürdiger und aufregender Tag. Anfang der Woche hatte einer aus meinem Team schon verkündet, dass heute sein letzter Tag bei uns sein wird, denn er hat einen neuen Job in einem Bereich der ihm mehr gefällt. Da war die Trauer schon mal groß, aber als heute gleich die nächste verkündet hat, dass sie auch einen neuen Job hat, haben wir uns schon leicht verarscht gefühlt. Einer hat sich gleich mal nach der versteckten Kamera umgeschaut. :D
Naja, ist sehr schade, aber immerhin ist es deren Hauptbeschäftigung, die sollte ja auch wirklich Spaß machen und wenn sie dafür wo anders hin müssen ist das eben so.
Kurz nachdem diese Nachricht verkündet wurde, rief die an die letzte Woche im Urlaub war. Ich solle mal bitte ins Haupthaus in die oberste Etage kommen. Hm, okay, sicher wieder irgendwelche Klamotten durch die Gegend tragen oder ähnliches.
Nein. Ab ins Büro vom Chef. Oh. Was passiert jetzt? Falsch gemacht hab ich ja wohl nichts.
Neee. Aufgabenfeldserweiterung für die Praktikantin. Oooch, dein Englisch ist so gut (aha?), du recherchierst nicht mehr nach Läden in Deutschland, sondern nach welchen in England und die kannst du dann bald kontaktieren.
Wuaaaaa?!?!?!
Naja, du willst doch dein Englisch verbessern, oder? So geht's am besten.
Oookay. Zu viele Informationen/Veränderungen für einen Tag, aber klar. Mach ich. Pff, steck ich weg.
Hoffentlich kann ich jegliche Telefonate mit Briten noch eine Weile rauszögern. :D
Englisch lernen hin oder her, dafür hab ich noch über fünf Monate Zeit! :D

So, jetzt hab ich schon wieder halbe Romane verfasst.. :/
Morgen geht's shoppen :))

Bis bald,
eure Helen :)

Sonntag, 9. November 2014

1x Bummeln + 1x Kultur, kommt sofort

Jaa, das erste richtig sinnvoll nutzbare Wochenende ist fast zu Ende und ich hab es glaube ich ganz gut gefüllt. :)

Gestern war ich am Tooting Broadway. Die Haltestelle an der ich umsteigen muss um mich in die Ubahndrängelei zu quetschen, aber auch eine Straße die so einiges an Geschäften hergibt. Neben den obligatorischen Läden Starbucks und McDonalds, gibts hier einen Primark (damit man nicht so lange fahren muss um sich sagen zu können, dass man doch gar keine neuen Klamotten braucht), diverse Cafés, Kneipen, Handyläden, 1-Pfund Läden uuund uuund und. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen da mal ein bisschen lang zu schlendern, mir alles anzugucken und mir am Ende im Sainsbury's (Supermarkt) ein bisschen Nervennahrung für die Arbeit und Abends zu Hause zu holen. Den Primark wollte ich auslassen.
Was mache ich also als erstes, nachdem ich aus dem Bus ausgestiegen bin? - Richtig. In den Primark gehen.
Immerhin habe ich mir nichts gekauft, was ich als sehr großes Erfolgserlebnis für meinen inneren Widerstand verbuche. :D
Im 1-Pfund Laden konnte ich aber nicht widerstehen und habe mir 6 Nagelfeilen für insgesamt einen Pfund gekauft. Tjaja, irgendwas muss ich ja mitnehmen, abgesehen von Schokolade und Tortillachips.
Zu Hause habe ich dann noch ganz fachmännisch das Rollo im Bad repariert, bei dem mir vorher die sehr alten Stricke davon gerissen sind als ich es hochziehen wollte. Aber selbst ist die Frau, das Ding funktioniert wieder.

Heute bin ich mal über eine Stunde (!!!) mit dem Bus gefahren um in die Innenstadt zu kommen. Auf dem Rückweg habe ich dann bemerkt, dass es wesentlich einfacher geht und dann diesen Weg genommen, aber man muss ja immer erst mal etwas lernen.
Angefangen habe ich im London Design Museum, wo es gerade eine Ausstellung mit dem Titel "WOMAN, FASHION, POWER" gibt. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen und es hat sich auch wirklich gelohnt. :)

Als ich aus dem Museum raus gegangen bin, stand ich praktisch schon an der Themse und als ich nach links geguckt habe war die Freude groß, dennn ich stand nur etwa 300 Meter von der Tower Bridge entfernt!! :)
Vor drei Jahren hab ich sie zum ersten und leider auch bis heute zum letzten Mal gesehen, aber heute konnte ich mir diesen Traum einer Brücke live ansehen. Klingt vielleicht etwas übertrieben dramatisch, aber ich hab mich so sehr gefreut, das kann man einfach nicht erklären.
Und guckts euch selbst an:

... muss ich noch was sagen? :P

Als mich der Hunger dann von hier wegzog bin ich in "The Hay's Gallery" gelandet, wo ich mir einen schönen Bagel geholt hab.
Eigentlich hatte ich noch geplant über die Towerbridge zu laufen und mich mal wieder auf der anderen Seite umzusehen und dann noch zu Shakespeares Globe Theatre zu gehen, aber die Temperatur wurde mir zu niedrig, ich hatte keinen genauen Plan wo ich zum Globe lang gemusst hätte und es standen unglaublich viele Menschen an um auf die Tower Bridge zu kommen... Stellt euch mal vor es würden täglich hunderte Menschen anstehen, nur um sich auf das Blaue Wunder zu stellen. Verrückt.
Aber gut, ich werde mich wohl oder übel auch mal anstellen müssen, wenn ich keinen anderen Weg finde dort drauf zu kommen. :D

Morgen geht schon meine zweite Arbeitswoche los. Mal sehen wann ich da mal was Wichtiges zu erzählen habe.

Bis dahin,
eure Helen :)

Donnerstag, 6. November 2014

Unfreiwilliger Zeitvertreib: Gruppenkuscheln

Jetzt bin ich schon fast eine Woche in London und seit Montag arbeite ich von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Nicht einfach, vor allem wenn man es nicht mehr gewöhnt ist früh ins Bett zu gehen, aber ich tu mein Bestes :D
Die meiste Zeit während meiner Arbeit habe ich bis jetzt vor dem Computer verbracht, was echt ganz schön schlaucht. Aber es macht auf jeden Fall Spaß und die Leute mit denen ich arbeite sind total nett. Wie alle hier. Alle sind nett. Ständig wird man gefragt, ob alles gut ist, wie es einem geht und und und.

Ich arbeite mit vier Frauen und drei Männern zusammen im Salesbereich, das bedeutet, dass wir Listen von den Kollektionen mit Preisen, Bildern und Verfügbarkeit immer auf dem neusten Stand halten, uns um neue Kunden kümmern und Bestellungen von schon-Kunden annehmen. Abgesehen davon bereiten wir die sogenannten Showrooms vor in denen dann interessierten Geschäftsführern die Kollektion gezeigt wird. Das bedeutet, dass man ab und an in den tollsten Raum des Unternehmens gehen kann um zwischen Klamotten zu wühlen. :D
Der Raum ist etwas kleiner als mein Zimmer hier und von oben bis unten mit Kleidern, Tops, Jacken, Hemden, Taschen und und und gefüllt. Teilweise extrem unübersichtlich, von meinen Mitarbeitern als "a mess" bezeichnet, aber trotzdem ein absoluter Traum!

Einer meiner Mitarbeiter ist Franzose und hat einige Zeit in Deutschland verbracht, weswegen er ganz gut Deutsch spricht und das auch gerne. Ihm helfe ich zum Beispiel manchmal, wenn er nicht weiß wie er sich in einer E-mailam besten ausdrücken soll, kommt aber nicht oft vor. :D

Die Stunde vor und nach meiner Arbeit ist immer weniger schön als das dazwischen, da ich durch meine Arbeitszeiten die Rushhour gekonnt mitnehme. Ein paar Haltestellen mit dem Bus sind relativ in Ordnung, es passiert selten, dass man mal stehen muss. Dafür ist die Ubahnfahrt umso schlimmer.
Gestern früh war die bis jetzt schlimmste Fahrt.
Ich stehe am Tooting Broadway, die Ubahn kommt in einem beängstigendem Affentempo angerast, bremst quietschend und ich suche verzweifelt nach einem naheliegendem Abteil das nicht schon voll ist. Aber nichts ist. Also steige ich dort ein, wo es noch am leersten aussieht. Trotzdem gibt es weder einen Sitzplatz, noch ist der Gang zwischen den Sitzen frei. Ich stelle mich also an die Tür neben die Scheibe die Eingangsbereich von der Sitzreihe trennt. So weit so gut. Aber dann halten wir an der nächsten Haltestelle und an der danach und es steigen immer mehr Leute ein.
Überall Arme, Schultern, Rücken, Taschen und ich als kleiner Mensch habe zwischen diesen ganzen Leuten natürlich schlechte Karten.
Von der einen Seite also Menschen ohne Ende und auf meiner anderen Seite die Glasscheibe, schöön eng. Und als ob das nicht reichen würde und als ob das Abteil nicht schon voll genug wäre, stehen an der nächsten Haltestelle ein paar Verrückte die denken sie kommen auch noch rein. Und irgendwie haben die das auch noch geschafft. Ich lerne die Scheibe also noch etwas näher kennen und warte auf die Ansage der nächsten Haltestelle. Als endlich "Elephant & Castle" ertönt bin ich echt erleichtert, weil dann doch so ein bisschen Platzangst auftaucht.
Aus der Bahn raus, die 111 Stufen lange Treppe nach oben (nein, ich quetsche mich nicht noch mal mit einem Haufen Menschen zusammen, nur um den Fahrstuhl nutzen zu können) und dann endlich an die Luft.

Aber Schluss mit den schlimmen Erzählungen. Bis jetzt geht es mir echt gut hier. Meine Familie ist super nett, das Essen ist lecker und glücklicherweise nicht zu scharf. Die Kommunikation funktioniert, auch wenn ich mir manchmal am liebsten gegen den Kopf schlagen würde, weil ich die einfachsten Wörter bei meiner Gastfamilie nachfrage. :D

So viel erst mal von mir. Mehr gibts, wenn was interessantes passiert (möglicherweise mein erstes richtiges Wochenende hier), wird sicher bald der Fall sein.

Bis bald,
eure Helen :)

Sonntag, 2. November 2014

Orientierungslauf um Elephant&Castle

Man glaubt es kaum. Ich bin schon den dritten Tag hier und erst heute hat es wirklich geregnet und das auch nur Vormittags. :D

Als ich am Freitag in London gelandet bin, hat mich mein Gastvater mit seinem Taxi abgeholt und mich ca. eine Stunde bis in mein neues Zuhause gefahren. Dort hat auch schon meine Gastmutter gewartet, eine sehr freundliche und fröhliche Person die eigentlich ständig lacht, und mir mein Zimmer gezeigt. Es ist ist zwar nur halb so groß wie mein Zimmer in Deutschland, aber darauf hatte ich mich ja vorbereitet und es ist eigentlich auch nicht schlimm. Trotzdem ist es mir von Zeit zu Zeit lieber, wenn meine Tür offen steht, auch aus dem Grund, dass ich mich ja nicht von meiner Gastfamilie abtrennen möchte.
Mein Zimmer liegt im zweiten Stock, nebenan wohnt meine Gastcousine und wir teilen uns ein Bad. Im Haus wohnen sonst noch meine Gasteltern und zwei ihrer vier Töchter. Die anderen beiden sind schon verheiratet und haben Kinder (drei von den Kleinen waren Freitag da, so süß!!). Es ist also praktisch immer was los. :D
Ich bin in eine wirklich sehr nette Familie geraten, ständig werde ich gefragt, wie es mir geht, ob ich noch was essen möchte und ich darf auch nicht vergessen, dass hier jetzt für die nächste Zeit mein Zuhause ist ("It's your home. Take what you need.").

Gestern habe ich meine Oyster Card bekommen und war ein Stück im Park spazieren der nicht weit entfernt von meinem Zuhause liegt. Das schöne Wetter was wir gestern hatten haben natürlich auch noch viele andere Leute genutzt. Der Spielplatz war extrem voll und immer wieder kamen neue Eltern mit ihren unglaublich niedlichen Kindern die mir teilweise einfach zugewunken haben oder irgendwas im vorbeilaufen zu mit gesagt haben.

Für heute hatte ich geplant meinen Arbeitsweg ab zu fahren, damit morgen auch nichts schief läuft. - Gute Idee!
Ich hab mir hier schön alles raus gesucht und sogar eine Skizze gemalt, ich von der Monsterhaltestelle "Elaphant & Castle" zu meiner Arbeitsstelle komme.
Diese Art Planung kennt man ja vielleicht von mir. Aber was manche noch besser kennen ist das was heute passiert ist: Ich habe diese tolle Skizze natürlich Zuhause vergessen.
Mit Bus und U-Bahn zu dem Haltestellenkreisverkehr zu kommen war kein Problem, aber die Straße zu finden in die ich rein musste schon. Nachdem ich eine Frau gefragt hatte und ein mal um die komplette Station mit integriertem Einkaufszentrum herum gelaufen bin habe ich es dann irgendwie geschafft die Straße zu finden. Und nach mehr Herumirrerei habe ich auch meine Arbeitsstelle ausfindig gemacht.
Man muss auch dazu sagen, dass ich kein Internet auf dem Handy habe, sonst wäre das alles etwas schneller gegangen.
Glücklicherweise konnte ich mich an ein paar Straßennamen erinnern und rund um diesen Haltestellenkreisverkehr standen Karten auf denen dieser Kreisverkehr und ein paar umliegende Straßen dargestellt waren.

Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und noch ein Sück weiter laufen um zur Towerbridge zu kommen (so weit entfernt ist die von meiner Arbeit nämlich gar nicht - für londoner Verhältnisse). Aber nach dieser Suchaktion hatte ich dann auch keine Nerven mehr und bin erst mal nach Hause gefahren.
Die ganze Zeit in der ich draußen war, hat es nur wenig genieselt, aber jetzt regnet es schon wieder doller. Zum Glück sitz ich in meinem kuscheligen Zimmer.

So viel erst mal von mir, morgen geht der Ernst ja erst los.

Bis bald,
eure Helen :)

Meine Straße mit den schönen kleinen Häusern :)

Mein Bett das ungefäht 1/3 bis die Hälfte meines Zimmers in Anspruch nimmt

der Teil des Zimmers ohne Bett